Wirtschaftsstandort Moskau
Deutsche Manager zieht es nach Russland

Immer mehr deutsche Manager versuchen ihr Glück in Russland. Angelockt werden sie vor allem durch vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und großes Wachstum.

MOSKAU. Matthias Warnig ist der Deutsche mit dem prominentesten Job in Russland. Für den vom Kreml dominierten Gasmonopolisten Gazprom leitet er als Managing Director das Nordeuropäische Pipeline-Konsortium. Dieses soll für fünf Mrd. Euro zwei gewaltige Stahlstränge vom russischen Wyborg auf dem Ostsee-Grund bis nach Greifswald ziehen.

Warnig ist aber nur einer der inzwischen gut 25 000 in Moskau lebenden Deutschen. Eine wachsende Zahl deutscher Manager lässt sich von den Berichten über Moskaus Mafia, von der allgegenwärtigen Korruption und überbordenden Bürokratie nicht abschrecken und heuert bei schnell wachsenden Privatfirmen in Russland an. 2 700 deutsche Firmen sind zudem an der Moskwa an Gemeinschaftsunternehmen beteiligt oder betreiben Filialen und Repräsentanzen.

Seit Warnig den Top-Job im 28. Stock des Moskauer Gazprom-Towers versieht, ist er gern und oft gesehener Gast in der deutschen Gemeinde in Moskau: An einem Abend etwa zieht der 50-Jährige zusammen mit dem deutschen Botschafter vom Empfang anlässlich der Eröffnung der Russland-Repräsentanz einer großen deutschen PR-Agentur gleich weiter zur Sause des Axel Springer Verlags anlässlich des Starts der russischen Ausgabe von „Computer Bild“.

Nur noch hinter vorgehaltener Hand wird erwähnt, dass Warnig zur DDR-Zeiten für die Stasi die westdeutsche Wirtschaft ausspioniert haben soll. Bei dieser Tätigkeit hätte er dann, so die Gerüchte, einen KGB-Agenten namens Wladimir Putin kennen gelernt und ihm laut „Wall Street Journal“ bei der Anwerbung von Westdeutschen für die Sowjets geholfen. Er will dies heute nicht mehr kommentieren.

Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks arbeitete Warnig für die Dresdener Bank. 1997 wurde er ihr Russland-Chef. Böse Zungen der Moskauer Finanzszene behaupten hingegen, Warnig habe die Allianz-Tochter dank der Putin-Verbindung zu einer der wichtigsten Investmentbanken für den russischen Markt und vor allem auch für seinen neuen Arbeitgeber Gazprom machen können.

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