Wissen ist Kapital
Eine neue Bilanz für das Wissen

Wenn es nach Peter Heisig geht, müsste man die sprichwörtliche Aussage „Wissen ist Macht“ erweitern: „Wissen ist Kapital“, sagt der Leiter des Competence Center Wissensmanagement im Fraunhofer Instituts Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik in Berlin (IPK). Wissens- und Innovationsvorsprünge seien heute ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

HB DÜSSELDORF. Um die Faktoren und Prozesse zu identifizieren, die dabei eine Rolle spielen, und sie strategisch zu stärken, haben Heisig und sein Team zusammen mit anderen Wissensmanagementexperten mit Hilfe von Pilotprojekten in vierzehn Unternehmen ein strukturiertes Verfahren entwickelt: Die Europäische Wissensbilanz hilft Managern, die entscheidenden Stellschrauben zu finden, damit sie ihr Unternehmen effizient und nachhaltig weiter entwickeln können.

„Eine Wissensbilanz ist keine Bilanz im finanziellen Sinn“, sagt Heisig. „Sie legt Rechenschaft über die Verwendung des intellektuellen Kapitals. So kann man bewerten, was nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung steht.“

Während die Kosten eines Mitarbeiters leicht zu ermitteln sind, lässt sich mit traditionellen Kennzahlen und Indikatoren kaum beziffern, welchen Wert Kundenbeziehungen, die Ausbildung der Mitarbeiter oder interne Abläufe für die Innovationskraft und das Betriebsergebnis haben. Die „Europäische Wissensbilanz“ soll transparent machen, wie sich diese Faktoren auf das Betriebsergebnis auswirken. „Umsatz und Ergebnis beschreiben Vergangenes, sagen aber nichts darüber aus, dass sich die Entwicklung auch fortsetzt. Deshalb ist es wichtig, Externen die internen Erfolgsfaktoren so aufzubereiten, dass sie dies beurteilen können“, sagt Manfred Wunderlich, Leiter Steuerungstechnik beim 650 Mitarbeiter starken Automatisierungstechnikhersteller Blumenbecker in Beckum.

Blumenbecker, eine Tochter des ABB-Konzerns, ist eines der Unternehmen, die am Projekt teilgenommen haben. Die Bandbreite der Firmen, die als Pilotpartner Wissensbilanzen erstellten, reicht vom sächsischen Hightech-Gründer über die Volksbank aus der Pfalz bis zum bayrischen Maschinenbauer. Ihre Erfahrungen mit der Methodik stellten sie diese Woche im Rahmen der Konferenz „Wissensbilanz – Made in Germany“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit vor.

„Man lernt nicht nur, welche Einflussfaktoren im Unternehmen wichtig sind, sondern in welcher Relation sie zueinander stehen“, bilanziert Eberhard Bürgel, Geschäftsführer der Bürgel GmbH, einem Heizungshersteller aus Nienburg, seine Erkenntnisse aus dem Ressourcenbewertungsprogramm. Die Kenntnis über die Rangfolge der wichtigsten Einflussfaktoren versetzt Unternehmen in die Lage, die internen Stellschrauben mit den größten Effekten zu identifizieren – ein Gegenmittel gegen die Projektitis in vielen Häusern und gegen die Neigung mancher Manager, alles auf einmal und damit nichts wirklich zu verändern. Genau das macht für Lutz Karnauchow, Vorstand des 400 Mitarbeiter starken Pflegedienstleisters Domino World aus Birkenwerder, den Wert des Verfahrens aus.

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