Zaghaftes Herantasten
Weiterbildung für Manager boomt

Schon vor Jahren bemängelte die European Foundation for Management Development in Brüssel, dass deutsche Hochschulen keine eigenen Weiterbildungsabteilungen und damit auch wenig Bezug zur Wirtschaft hätten. Allmählich ändert sich das aber: Führende deutsche Business Schools haben bereits reagiert und bieten Führungskräften interessante Kurse.

Geht es um Marketing, gehört Christian Homburg nicht nur in Deutschland zu den anerkannten Koryphäen. Die American Marketing Association, die weltweit führende wissenschaftliche Vereinigung im Marketingbereich, zeichnete den Präsidenten der Mannheim Business School bereits mehrfach aus. 2008 wurde der deutsche Professor sogar zu den drei forschungsstärksten Marketing-Experten der Welt und zum besten Wissenschaftler seines Fachgebiets in Europa gekürt. Ab Herbst 2009 können erstmals Manager in dem neuen, dreitägigen Fortbildungskurs "Sales Excellence" von Homburgs Expertise profitieren.

Denn die Mannheim Business School (MBS) startet mit einer Reihe offener Seminare im Bereich Executive Education - also Weiterbildungskursen speziell für Führungskräfte, die im Gegensatz zum MBA aber nicht zu einem akademischen Abschluss führen. Den Auftakt bilden vier dreitägige Kurse zu den Themen Sales Excellence, Strategic Management, Change Management und Financial Accounting in englischer Sprache. "Wir positionieren uns als wissenschaftliche und forschungsstarke Institution mit Fokus auf analytische Werkzeuge", betont Professor Bernd Helmig, akademischer Direktor des Bereichs Executive Education an der MBS. Wie Mannheim entdecken auch die anderen deutschen Business Schools den lukrativen Markt der Managerweiterbildung. Während ausländische Schulen bereits einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen aus offenen Managementprogrammen bestreiten, lag das Feld in Deutschland weitgehend brach. "Den Markt haben die meisten hier genauso verschlafen wie den MBA-Markt", sagt Andreas Hackethal, selbst Dean der Goethe Business School an der Universität Frankfurt.

Schon vor Jahren bemängelte die European Foundation for Management Development (EFMD) in Brüssel, dass deutsche Hochschulen keine eigenen Weiterbildungsabteilungen und damit auch wenig Bezug zur Wirtschaft hätten. Zwar pflegten einzelne Professoren enge Kontakte zu den Unternehmen, nicht jedoch die Hochschulen selbst. Für die ausländischen Business Schools war das eine komfortable Situation: Geht es um hochkarätige Managerweiterbildung, dann zieht es deutsche Führungskräfte an internationale Schulen wie zum Beispiel das IMD in Lausanne.

Das soll sich nun ändern. So wollen die Mannheimer die Zahl der offenen Kurse bereits im nächsten Jahr von vier auf zehn erhöhen. Unterrichten sollen vor allem Star-Professoren, die auch im MBA-Programm lehren. "Wir sind kein Broker", sagt Helmig. "Wo Mannheim drauf steht, soll auch Mannheim drin sein." Ziel sei zunächst der deutsche Markt, bei dem die Schule ihre Firmenkontakte nutzen will. "Da haben wir es auch nicht schwerer als die internationalen Schulen", sagt der akademische Direktor. "Wir sind selbstbewusst genug, unseren Markt zu finden."

Auch die Goethe Business School (GBS) will den Bereich Executive Education strategisch angehen. Vor allem die Bereiche Finanzen und Leadership sollen ausgebaut werden. Im Finanzbereich habe man mit dem Center for Financial Studies bereits einen etablierten Anbieter. Beim Thema Führung gibt es ein Seminar "Die Kunst, sich zu entscheiden". Neu sind auch wöchentliche Abendkurse. Angeboten wird etwa ein "Crashkurs in Bilanzierung" oder "Fit als Führungskraft - das Rüstzeug für die erste Führungsaufgabe". Gerade beim Thema Leadership sieht Hackethal noch Nachholbedarf in Deutschland. "Da ist noch niemand so richtig weit", sagt der Professor.

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