Anti-Korruptionsorganisation
Transparency kritisiert Mittelstand bei Korruptionsbekämpfung

Nach Ansicht der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International (TI) tut der deutsche Mittelstand zu wenig gegen die Korruption in Unternehmen. Nach dem Skandal bei Siemens sei das Thema zwar auf die Agenda großer deutscher Konzerne gerückt, der Mittelstand kümmere sich bislang jedoch zu wenig um das Thema.

HB BERLIN. Das sagte die Vorsitzende von TI Deutschland Silvia Schenk am Dienstag in Berlin. In dem jährlich erstellten Korruptionsindex hat sich Deutschland 2008 zwar um zwei Plätze auf den 14. Rang unter den 180 Ländern verbessert. Allerdings sei dies lediglich darauf zurückzuführen, dass andere Staaten zurückgefallen seien, sagte Schenk. Signifikante Verbesserungen seien in Deutschland nicht festzustellen gewesen.

Insgesamt schnitten die europäischen Staaten im Korruptionsindex 2008 deutlich schlechter ab als im Vorjahr. Besonders in Norwegen, Großbritannien und Bulgarien wurde mehr Korruption festgestellt. In der Europäischen Union (EU) sind Bulgarien und Rumänien die Staaten, in denen Bestechung und Bestechlichkeit am weitesten verbreitet sind. Nur wenige Plätze davor rangieren Italien und Griechenland. Am wenigsten Korruption gibt es dem Index zufolge in Dänemark, Schweden und Neuseeland. Am schlechtesten schnitten wie schon im vergangenen Jahr Somalia, Myanmar und der Irak ab. Deutlich zugenommen hat Korruption in Russland, das auf Rang 147 zurückfiel und damit auf der gleichen Stufe liegt wie Bangladesch, Syrien und Kenia. Die Korruption untergrabe das Staatsgefüge Russlands, erklärte Transparency International. Die Lage habe bedrohliche Ausmaße angenommen, lautet das Fazit.

Der Corruption Perceptions Index (CPI) misst die wahrgenommene Korruption in Politik und Verwaltung auf Grundlage von Umfragen bei Analysten und Geschäftsleuten.

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