Asien
Chinas Westen kennt keine Krise

Die Boom-Story an Chinas Küsten hat mit dem weltweiten Wirtschaftsabschwung ein vorläufiges Ende gefunden. Ganz anders in Chinas wildem Westen. Dort wächst die Wirtschaft rund um die Metropole Chongqing ungebrochen weiter. Vor allem die Computerbranche expandiert - und zwar kräftig.

HONGKONG. Während die Küstenregionen Chinas für 2009 einen deutlichen Rückgang ihres langjährigen Wachstums erwarten, sind die weniger stark in die Weltwirtschaft integrierten Provinzen im Landesinneren kaum von der Krise betroffen. Die regierungsunmittelbare Stadt Chongqing ist ein Paradebeispiel. Ihr Bruttoinlandsprodukt legte auch zum Jahresende 2008 noch kräftig zu. Für 2009/10 haben sich zudem zwei Großinvestoren angekündigt, die die Computerindustrie in den Westen des Landes bringen werden.

Vor allem in den Küstenregionen der VR China ist die internationale Finanzkrise zu spüren. Die Containerumschläge in den Häfen Shanghais und Shenzhens sind seit Anfang 2009 kräftig gesunken. Die Regierung der Exportprovinz Guangdong erwartet, dass die Aus- und Einfuhren 2009 bestenfalls minimal zulegen werden. Im Landesinneren ist die Situation derweil deutlich weniger dramatisch.

In der regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing, die - zusammen mit den im Hinterland Lebenden - knapp 30 Mio. Einwohner zählt, ist im Frühjahr 2009 relativ wenig von der Krise zu spüren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte 2008 real um 14,3% gegenüber dem Vorjahr zu. Damit lag das Wirtschaftswachstum 5,3 Prozentpunkte über dem Landesdurchschnitt. Selbst für Landeskenner ist zudem erstaunlich, dass die BIP-Zunahme im 4. Quartal 2008 genauso kräftig war wie noch in den ersten drei Monaten des Jahres.

Die Metropole Chongqing liegt tief im Landesinneren am Yangzifluss und ist bisher nur wenig in die Weltwirtschaft integriert. So beliefen sich ihre Exporte 2008 auf lediglich knapp 6 Mrd. US$. Immerhin legten sie damit mitten in der Krise um über ein Viertel gegenüber dem Vorjahr zu. Gegenüber 2005 haben sie sich sogar - ebenso wie die Importe - mehr als verdoppelt.

Ein Großteil der Ausfuhren besteht aus motorisierten Zweirädern, die überwiegend für den vietnamesischen Markt bestimmt sind. Chongqing hat sich als die "Motorradstadt Chinas" etabliert. Die Branche trug 2008 zu rund einem Drittel zum gesamten industriellen Output bei. Es folgten mit gehörigem Abstand die Metallindustrie sowie der Textilsektor mit einer Quote von jeweils rund 16%.

Seite 1:

Chinas Westen kennt keine Krise

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%