Aussenhandel in Fernost
Asien ist mehr als Indien und China

die deutsche Wirtschaft und Politik entdecken Indonesien und Vietnam neu. Die Standortfaktoren in den asiatischen Ländern bessern sich langsam. Mit Reformen und neuen Investitionsgesetzen werden sie wieder attraktiv für Auslandsinvestitionen.

JAKARTA/DELHI. Die Bundesregierung rückt Südostasiens Schwellenländer stärker in den Blickpunkt. „Diese Staaten standen zu Unrecht im Schatten der Riesenländer wie China und Indien“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Jakarta, der derzeit mit einer Wirtschaftsdelegation in Indonesien und Vietnam unterwegs ist. Tatsächlich haben sich die deutsche Politik und Wirtschaft jahrelang vor allem um die Riesen China und Indien sowie die Industrienationen Japan und Korea gekümmert. Eine Unterlassungssünde, wie man nun einräumt.

Indonesien und Vietnam machen vor allem mit ihrer wirtschaftlichen Dynamik auf sich aufmerksam. Die Wachstumsraten von über sechs bzw. neun Prozent übertreffen die der meisten Nachbarstaaten. Beide Länder haben in der Wirtschaftspolitik noch viele Hausaufgaben zu erledigen, aber dennoch gelten beide als attraktive Investitionsstandorte und Handelspartner. Die deutsche Wirtschaft drängt seit geraumer Zeit darauf, dass auch die Politik endlich Flagge zeigen sollte – zumal Länder wie China, Japan oder die USA dort bereits seit längerem sehr aktiv sind.

In Indonesien gilt das im letzten Jahr verabschiedete Investitionsgesetz als Hoffnungsschimmer. Eine lange Reformpause, Bürokratie, Korruption und unzulängliche Infrastruktur hatten den einstigen Wirtschafts-Star zu einem Schlusslicht unter Auslandsinvestoren in Asien gemacht. Doch jetzt kommen sie wieder. Chinesen und Inder kaufen Minen oder errichten Motorradfabriken. Araber zeigen Interesse am Bau von Raffinieren. China ist 2007 schon zum fünftgrößten Investor aufgerückt und hat den traditionellen Großinvestor Japan verdrängt.

„Auch Firmen aus Europa und Amerika schauen sich verstärkt um“, beobachtet Karim Raslan, Chef der Unternehmensberatung KRA. „Alle fragen sich, was die nächste große Story nach China und Indien wird – und Indonesien ist der beste Kandi-dat. Seit der neue Präsident Susilo Bambang Yudhoyono 2005 in einem beherzten Schritt Benzinsubventio-nen kappte, stehen jährlich 15 Mrd. Dollar zusätzlich für Entwicklungs- und Infrastrukturprojekte zur Verfü-gung. Außerdem gehört Indonesien zu Hauptgewinner des Booms bei Agrar-Rohstoffen.

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