Autozulieferer Mitec
Weltmarktführer aus Ostdeutschland

Der Autozulieferer Mitec glänzt im strukturschwachen Ostdeutschland. Mit ehemaligen Arbeitslosen, hoher Produktqualität und einem Nischenprodukut hat sich das Unternehmen zum Weltmarktführer entwickelt.

Die Maschinen im Krauthausener Werk des Autozulieferers Mitec brummen rund um die Uhr und strahlen doch so sauber wie am ersten Tag. Personalchef Markus Metzger wundert das nicht. Als die Mitec vor viereinhalb Jahren ihre Tochter engine.tec aus der Taufe hob, entschieden sich die Geschäftsführer bewusst für Maschinen in blütenreinem Weiß. "Psychologisch ideal", sagt Metzger mit Blick auf die Farbwirkung: Irgendwo hat immer jemand einen Lappen in der Hand und wienert den Gerätelack.

Die Mitarbeiter der Mitec engine.tec sind hoch motiviert. Sie wissen um den Wert ihres Arbeitsplatzes in einem Unternehmen, das als Vorzeigebetrieb gilt. Autohersteller überhäufen das Werk mit Exzellenzurkunden, Politiker kommen zur Stippvisite, die örtliche Arbeitsagentur lobt den Zulieferer als "Säule der Wirtschaftskraft".

Mitec stellt so genannte Balancer her – Massenausgleichssysteme, die das Ruckeln und Knattern von Fahrzeugmotoren dämpfen. Mit diesem Nischenprodukt hat sich der Autozulieferer zum Weltmarktführer aufgeschwungen. Er beliefert General Motors, BMW, DaimlerChrysler und Skoda. Ford bestückt seine komplette Weltfabrikation mit Mitec-Teilen. 15 bis 20 Prozent Umsatzwachstum erzielte der Gesamtkonzern zuletzt. Im Jahr 2005 betrug der Umsatz 150 Millionen Euro. Fast die Hälfte davon erwirtschaftet engine.tec, die produktivste Sparte des Konzerns und zugleich das Jobwunder der Region. Ihren Erfolg begründen unter anderem gelernte Friseurinnen, Straßenbauer und Bäcker. Zu etwa zwei Dritteln besteht die 250-köpfige Belegschaft aus ehemaligen Arbeitslosen.

Aus Mangel an Facharbeitern ließen die Geschäftsführer Michael Militzer und Jörg Steins Arbeitslose in subventionierten Qualifizierungskursen umschulen und deckten damit ihren Bedarf. Die fachliche Eignung sei zweitrangig gewesen, sagt Personalchef Metzger. Wer eine feste Stelle wollte, musste Verständnis aufbringen für die heiklen Produktionsbedingungen eines mittelständischen Autozulieferers in Zeiten der Globalisierung.

So etwas fällt auf im strukturschwachen Osten. Bei fast 18 Prozent lag die Arbeitslosenquote in Thüringen im März. Der Wartburgkreis rund um den Mitec-Standort steht mit 15,4 Prozent etwas besser da, weil üppige EU-Hilfen den traditionellen Automobilsektor nach der Wende wieder aufblühen ließen. Hersteller wie Opel und BMW siedelten sich in Eisenach an, Dutzende von Zulieferern folgten. Aber nur wenige nutzen die gegebenen Standortbedingungen so effektiv wie die Mitec.

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