Baubranche
In Polen hängt der Haussegen schief

Die Krise trifft einen der lange Zeit begehrtesten Immobilienmärkte Ost- und Mitteleuropas: Polen. Nicht alle geplanten Bauprojekte dürften nun realisiert werden. Das Geld wird knapp. Aber noch ist nicht aller Tage Abend.

WARSCHAU. Polen gilt in Mittel- und Osteuropa weiter als Standort mit relativ guten Perspektiven für die Errichtung von Bürohäusern. So wollen die Firma BBI Development NFI und der belgische Bauträger Liebrecht&Wood in der Warschauer Innenstadt den großen Bürokomplex Supersam errichten. Der zunehmende Liquiditätsdruck bewirkt allerdings, dass ein Teil der Projekte nur auf dem Papier stehen bleiben dürfte. Bei anderen verzögert sich der Bau. Deka Immobilien erwarb die Warschauer Bürogebäude Deloitte House und Grzybowska Park.

Allein in der polnischen Hauptstadt gibt es zahlreiche Bürohausprojekte. Von Mitte 2009 bis 2012 wollen Bauträger laut dem Erforscher des Immobilienmarktes DTZ rund 1,1 Mio. qm moderne Büroflächen in Warschau übergeben. Nach Überprüfung der tatsächlichen Bauplanung und -tätigkeit stellte DTZ allerdings fest, dass diese Angabe um etwa ein Drittel zu hoch angesetzt ist.

Seit der Transformation wurden über 3 Mio. qm moderne Büroflächen in Warschau geschaffen. Derzeit befinden sich knapp 300.000 qm im Bau, und weitere 140.000 qm sollen im 2. Halbjahr 2009 übergeben werden. Im Jahr 2010 sollen allerdings aufgrund von Verzögerungen nur 126.000 qm Büroflächen fertig gestellt werden (2009: rund 300.000 qm). Trotz der durch die Krise erschwerten Finanzierungsbedingungen gilt Polen unter den mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) als lukrativster Standort für den Bau von Bürohäusern. Die Wirtschaft Polens stagniert zwar; das Land könnte aber 2009 vor einer Rezession bewahrt werden.

Grünes Licht erhielt nun der große Bürokomplex Supersam, der in der Warschauer Innenstadt geplant ist. Der Initiator BBI Development NFI konnte den belgischen Bauträger Liebrecht&Wood als zusätzlichen Investor gewinnen. Dieser beteiligt sich mit mindestens 80 Mio. Zl (rund 18,6 Mio. Euro, 1 Euro = 4,29 Zl; Stand: 15.7.09) an dem Projekt, so dass beide Partner in etwa die Hälfte der Anteile daran halten.

Der Beginn des Baus ist für Mitte 2010 vorgesehen, so dass er gegen Ende 2012 abgeschlossen werden kann. Dann wollen beide Partner gemeinsam das Objekt verkaufen. Während der Eigenanteil rund 40% des Projektwertes ausmachen soll, sollen weitere über 300 Mio. Zl aus Bankkrediten stammen.

Auch andere Projekte erhielten Kreditzusagen von Banken. Der Bauträger Ghelamco vereinbarte mit der Bank Pekao S.A. eine Finanzierung in Höhe von 60 Mio. Euro von zwei Büroprojekten, dem Crown Square in Warschau und dem Katowice Business Point in Katowice (Kattowitz).

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