Beteiligungsfinanzierung
S-Finanzgruppe verpasst den Trend

Horst Gier, Vorstand der Sparkassenbeteiligungsgesellschaft ist sich sicher: Die Sparkasse engagiert sich zu wenig in der Beteiligungsfinanzierung. Gerade kleine mittlere Unternehmen mit guten Wachstumspotentialen wären an Beteiligungen interessiert.

BERLIN. Die Sparkassen-Finanzgruppe vernachlässigt ein Megathema: Die Beteiligungsfinanzierung. Dieser Auffassung ist zumindest Horst Gier, Vorstandsmitglied der Sparkassenbeteiligungsgesellschaft S-UBG AG. Er ermuntert Sparkassen, mehr Mittel für die Beteiligung an Unternehmen zu mobilisieren. Zwar sei die Sparkassen-Finanzgruppe der führende Kreditgeber für den Mittelstand, doch das Beteiligungsgeschäft werde eher stiefmütterlich behandelt.

Als Beispiel, das flächendeckend Schule machen könnte, sieht Gier die S-UBG selbst. Die Beteiligungsgesellschaft wurde 1988 durch die Sparkassen Aachen, Euskirchen, Düren und Heinsberg gegründet. Zehn Jahre später kamen die Sparkassen Mönchengladbach und Krefeld dazu. Die professionell gemanagte Beteiligungsgesellschaft investiert nur in Unternehmen, die in den Wirtschaftsräumen ihrer Träger beheimatet sind. Das Regionalprinzip der Sparkassen wird also auch von der Beteiligungsgesellschaft beachtet.

Mittlerweile hat sich die S-UBG zu einer führenden Beteiligungsgesellschaft im Sparkassensektor entwickelt. "Unsere rund 40 Partnerunternehmen erwirtschafteten 2007 mit rund 2 200 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 400 Mill. Euro. Unser Fondsvolumen beläuft sich auf 70 Mill. Euro", so Gier. Zudem kümmert sich die S-UBG nicht nur um gestandene Unternehmen. Durch weitere Fonds wird auch in Startups investiert.

Nach Angaben des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands unterhält die Sparkassen-Finanzgruppe 80 Beteiligungsgesellschaften, auf die 1 219 Beteiligungen entfallen. Zum Umsatzvolumen der Partnerunternehmen gibt es keine Angaben. Zwar wird der Marktanteil der Sparkassen-Beteiligungen am Gesamtportfolio der im Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) repräsentierten Unternehmen nicht separat ermittelt. Doch Schätzungen beziffern den Anteil der Sparkassen - bezogen auf das gesamte Beteiligungsvolumen von 24,5 Mrd. Euro im Jahr 2007 - auf acht Prozent.

" Auf jeden Fall spielt das Beteiligungsgeschäft in der Sparkassen-Organisation noch nicht die gewichtige Rolle, die ihr zusteht", so Gier. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen mit guten Wachstumspotenzialen wären an Beteiligungen interessiert.

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