Beteiligungsgesellschaft spürt mehr Nachfrage
Hannover Finanz registriert sinkende Preise für Engagements im Mittelstand

Die auf den Mittelstand spezialisierte Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz hat 2007 die Gunst hoher Bewertungen genutzt und den Fokus auf Veräußerungen gelegt. In diesem Jahr will das Private-Equity-Haus verstärkt investieren. Sich selbst beschreibt sich die Gesellschaft als Gewinner in der Finanzkrise.

FRANKFURT. „Wir sehen uns als Gewinner in der Finanzkrise. Der Markt für Wachstumsfinanzierungen war ausgetrocknet, weil günstige Mezzanine-Angebote den Markt überschwemmt hatten“, sagte Firmenchef Albrecht Hertz-Eichenrode dem Handelsblatt. Seine Gesellschaft bekomme momentan Anfragen nach Eigenkapital aus allen Branchen, etwa von Kfz-Zulieferern. Man stehe in fünf exklusiven Verhandlungen, in der Vergleichszeit 2007 seien es nur drei gewesen.

Viele Unternehmen böten Minderheitsbeteiligungen an, die Akzeptanz für Beteiligungskapital habe sich bei den traditionsbewussten Familienunternehmen merklich erhöht. Insgesamt stünden gut 300 Mill. Euro für neue Investitionen bereit, wobei die Bewertungen wieder deutlich zurückgekommen seien. „Die Preise für Beteiligungen sind gesunken“, meint Hertz-Eichenrode. Im Durchschnitt werde im mittleren Segment jetzt das Siebenfache des operativen Gewinns (Ebit) gezahlt, im Boom habe dieser Multiplikator ungefähr beim 8,5-fachen gelegen.

Der Mittelstand gilt mehr denn je als Hoffnungsträger für die Beteiligungsbranche, weil die milliardenschweren Mega-Deals mangels Finanzierung durch die Banken seit vergangenem Sommer ins Stocken geraten sind. Die großen Beteiligungsfonds sind davon stärker betroffen, dagegen gibt es für Deals bis in die Region von 500 Mill. Euro weiterhin Fremdfinanzierungen seitens der Banken. Hannover Finanz will auch verstärkt in Österreich tätig werden. Hier habe man Transaktionen in der Größenordnung zwischen fünf Mill. Euro und 150 Mill. Euro im Blick, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Andreas Schober.

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