Beteiligungsgesellschaften
Kaufpreise für Mittelständler sinken

Die Verwerfungen an den Finanzmärkten werden die auf den Mittelstand fokussierten Beteiligungsgesellschaften weniger stark treffen als die milliardenschweren Mega-Fonds. Im mittleren Segment des Private-Equity-Marktes sehen die Finanzinvestoren sogar neue Chancen.

pk FRANKFURT. „Die gegenwärtige Krise der Kapitalmärkte wird die Attraktivität von Beteiligungskapital erhöhen, weil klassische Kredite verknappt werden“, glaubt Günther Niethammer, Partner bei Odewald & Compagnie. Gleichzeitig würden Banken aber bei der Finanzierung von Akquisitionen viel selektiver vorgehen. Insgesamt sei deshalb mit zurückgehenden Kaufpreisen zu rechnen, was „eher gesund als kritisch“ sei, meint Niethammer, der zugleich stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Branchenverbands BVK ist.

Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Rödl & Partner werden in diesem Jahr weit über 1 000 Transaktionen in Deutschland erwartet, bei denen Private-Equity-Firmen beteiligt sind. Vom Spitzenwert des Jahres 2000 von 2 100 Investments – damals wurden viele junge Technologiefirmen finanziert – werde die Branche aber auf absehbare Zeit weit entfernt bleiben. Besonders hoch im Kurs stehen derzeit Unternehmen aus dem Umwelt- und Gesundheitsbereich, hier „reißen sich die Beteiligungsgesellschaften geradezu um Investments“, heißt es in der Studie.

Dagegen beurteilten 75 Prozent der befragten Geldgeber die Bereiche Textil, Bau und Handwerk als „unattraktiv“. Die Studie wurde im Frühjahr erstellt, die Auswirkungen der Finanzkrise wurden also nicht erfasst. Allerdings heißt es bei Investmentbankern, die Finanzierung von Deals unter der Marke von einer Mrd. Euro sei auch im gegenwärtigen Umfeld möglich.

Laut einer Umfrage von TEC International, einem Netzwerk von Geschäftsführern, haben nur vier Prozent der in den Unternehmen Verantwortlichen bisher auf Private Equity zurückgegriffen. Es dominiert die Finanzierung aus Eigenmitteln, der Bankkredit und Leasing. Viele Finanzinvestoren hoffen, dass die Nachfolgeproblematik bei Familienunternehmen neue Türen öffnet, aber die erwartete Trendwende ist bisher ausgeblieben.

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