Beteiligungsgesellschaften
Liquide durch Wagniskapital

Junge Firmen haben es schwer, Kredite zu erhalten. Sie sind in besonderem Maße auf geldgebende Förderer angewiesen. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 haben 978 meist junge Unternehmen etwa 850 Millionen Euro für die Entwicklung ihrer Innovationen zugesagt bekommen.

DÜSSELDORF. Zunehmende Erschwernisse in der Kreditbeschaffung zwingen viele Unternehmen, nach Alternativen zu suchen; etwa bei Beteiligungsunternehmen oder Wagniskapitalgebern. Die haben noch Milliarden zur Verfügung. Beteiligungsgesellschaften hatten zuletzt noch Mittel in Höhe von reichlich fünf Mrd. Euro in der Kasse, um sie investieren zu können: in die Unternehmen der verschiedensten Art, allerdings nicht in Sanierungsfälle. Im ersten Halbjahr 2008 haben die 197 im Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften BVK zusammengeschlossenen Kapitalgeber mehr Mittel vergeben als je zuvor; insgesamt 2,6 Mrd. Euro zusätzliches Eigenkapital für 544 Unternehmen. Selbst wenn die Finanziers unter den aktuell extrem schwierigen Bedingungen des Kapitalmarkts überhaupt keine zusätzlichen Mittel mehr beschaffen könnten, wären sie noch einige Zeit in der Lage, weitere Wünsche nach Beteiligungs- und Wagniskapital zu erfüllen.

Tatsächlich haben die Beteiligungsgesellschaften zuletzt noch eine Mrd. Euro zusätzlich eingesammelt. Ihre Kapitalgeber sind Anleger unterschiedlicher Art und Herkunft. Viele erkennen jetzt unter Krisenbedingungen die besonderen Vorzüge solcher alternativer Investments in Private-Equity-Fonds, wie sich die Beteiligungsgesellschaften auch nennen. Ihre Werte entwickeln sich weitgehend unabhängig von den Tendenzen an den Börsen.

"Wir beobachten schon seit einiger Zeit zunehmendes Interesse an den Möglichkeiten von Beteiligungsgesellschaften und Private Equity", sagt Dörte Höppner, Sprecherin des BVK in Berlin: "Die strengeren Anforderungen der Banken an Kreditsicherheiten haben das Interesse an unseren Möglichkeiten schon vor Ausbruch der Kapitalmarktkrise steigen lassen. Und erst recht danach." Im Jahr 2007 verzeichneten die BVK-Gesellschaften bereits 40 000 Finanzierungsanfragen; zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. 2008 wird die Zahl weiter zunehmen. Die Folgen sind schon an den Zusagen von Wagnis-/Venture-Kapitalfinanzierungen ablesbar. Sie waren bereits im ersten Halbjahr 2008 höher als im Gesamtjahr 2007: 978 meist junge Unternehmen haben in den ersten sechs Monaten 2008 insgesamt 850 Mio. Euro für die Entwicklung ihrer Innovationen zugesagt bekommen.

Fast 7 000 Unternehmen haben inzwischen mehr als 25 Mrd. Euro Kapital von Beteiligungsgesellschaften aufgenommen; wohlwissend, dass die Kapitalgeber am Ende höhere Verzinsungen dafür erwarten als Kapitalnehmern bislang für Kredite berechnet wurde. "Aktuell sind die Banken außerordentlich zurückhaltend in der Kreditvergabe", berichtet Sprecherin Höppner von den Erfahrungen, die ihre Verbandsfirmen gemacht haben. Dazu gehören auch 15 Mittelständische Beteiligungsgesellschaften (MBG). Seit mehr als 30 Jahren engagieren diese sich mit Summen zwischen 50 000 und 2,5 Mio. Euro. Auf der Internetseite des Verbands www.bvkap.de ist ein Anfrageformular hinterlegt. Das vereinfacht das Verfahren und senkt die Hemmschwelle. Fast 3 000 kleine und mittlere Unternehmen nutzen heute die Möglichkeiten der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften.

Seite 1:

Liquide durch Wagniskapital

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%