Betriebliche Altersvorsorge
Direktversicherung: Unkomplizierte Betriebsrente

Jeder Angestellte hat laut Gesetz Anspruch auf betriebliche Altersversorgung (BAV). Will der Unternehmer eine solche Rente unkompliziert abwickeln und sich aus der Geldanlage heraushalten, eignet sich besonders die Form der Direktversicherung.

HB KÖLN. Claus-Dieter Brinkmann, Geschäftsführer der Brinkmann Möbelelemente Ummantelungswerke GmbH (BMU) ist rundum glücklich: Jüngst wurde der Unternehmer mit dem BAV-Award für besonders gelungene betriebliche Altersversorgung ausgezeichnet. Dabei lobten die Juroren vor allem die Einbindung der Mitarbeiter in den Gestaltungsprozess der Vorsorgekonzepte. Die Beteiligung führe dazu, dass die Angestellten hochmotiviert seien und sich mit dem Unternehmen identifizierten.

"Für uns ist es wichtig, über die betriebliche Altersversorgung Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern zu übernehmen", erklärt Brinkmann, dessen Mitarbeiter in Direktversicherungen, Pensions- und Unterstützungskassen einzahlen können, um später eine Betriebsrente zu erhalten. Das Unternehmen zahlt neben den laufenden Arbeitgeberbeiträgen zur Entgeltumwandlung weitere Prämien für Verbesserungsvorschläge und spezielle Projekte. "Somit haben wir eine eindeutige Win-Win-Situation", freut sich der Geschäftsführer.

Betriebliche Renten als rein arbeitgeberfinanzierte Sozialleistungen gibt es zwar schon seit über 20 Jahren. "Doch erst mit dem seit 2002 bestehenden Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung hat sich die betriebliche Altersversorgung sprunghaft verbreitet und insbesondere durch mischfinanzierte Formen zu einem starken personalpolitischen Instrument entwickelt", sagt Siegfried Hischke, Leiter Produktmanagement Firmen bei HDI Gerling und Experte für betriebliche Altersversorgung. "Wer als Arbeitgeber signalisiert, dass er sich an einer Betriebsrente beteiligt, kann auf breite Akzeptanz bei den Mitarbeitern setzen", weiß Hischke.

Für Unternehmen, die großen administrativen Aufwand scheuen, aber für Mitarbeiter Vorsorge treffen wollen, eignet sich die Direktversicherung. Dahinter verbirgt sich ein denkbar einfaches Konzept. Der Unternehmer schließt für die Mitarbeiter bei einem externen Versicherer eine Rentenversicherung ab, in die sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer einzahlen können. Der Vorteil daran: Bis zu einer Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung sind die eingezahlten Beträge sozialabgabefrei, für Beiträge des Arbeitnehmers fallen bis zum derzeitigen Höchstbetrag von 4392 Euro auch die Steuern weg. "Während der Unternehmer so die Lohnnebenkosten um etwa 20 Prozent senken kann, spart der Mitarbeiter bei Einzahlungen in die Direktversicherung je nach Steuerniveau bis zu 50 Prozent gegenüber einer einfachen Gehaltsauszahlung", erklärt Hischke.

Grundsätzlich ist es mit diesem Modell auch möglich, die Arbeitszeit von Minijobbern auszuweiten - und diese in den Genuss einer Altersrente kommen zu lassen. Dafür zahlt der Arbeitgeber den Lohn, der über der gesetzlichen Grenze von 400 Euro liegt, in die Direktversicherung ein, sozialabgaben- und steuerfrei versteht sich. Während sich das rechtliche Verhältnis so nicht verändert, erhält der Minijobber später eine zusätzliche Rente. Diese lassen sich auch viele Unternehmer nicht entgehen, die - genauso wie im Betrieb mitarbeitende Familienangehörige - ebenfalls von den Steuervorteilen der Direktversicherung profitieren.

Allerdings sind für Unternehmer und leitende Angestellte Direktversicherungen allein nicht interessant. "Durch die Deckelung der Beiträge eignet sich dieses Modell hier insbesondere als Basisvorsorge", so Markus Arnold, Experte für betriebliche Altersversorgung bei der Allianz. Wer Führungskräften zusätzliche Rentenkonzepte anbieten will, kann dies aber über Direktzusagen und Unterstützungskassen tun, die höhere Fördervolumen zulassen. "Der Kreativität in der Kombination von Vorsorgemodellen sind fast keine Grenzen gesetzt", wirbt Arnold.

Obwohl die finanziellen Vorteile einer Direktversicherung auf der Hand liegen, haben sie sich trotz der gesetzlichen Vorgabe als Mindestversorgung nicht überall durchgesetzt. "In vielen Fällen spielt mangelndes Wissen über den administrativen Arbeitsaufwand einer solchen Altersvorsorge im Betrieb eine entscheidende Rolle", sagt HDI-Experte Hischke. Dieser hält sich meist in Grenzen, da die komplette Abwicklung über den externen Versicherer läuft.

Selbst für die Zukunft ist ein Unternehmer mit einer Direktversicherung gut gerüstet, ist sich Allianz-Experte Arnold sicher. "Bei einem Arbeitsplatzwechsel ist die Police dank des Übertragungsabkommens in einem standardisierten brancheneinheitlichen Verfahren auf den neuen Arbeitgeber übertragbar."

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