Bildungskosten in den Emiraten
Internationaler Abschluss gegen Bares

Deutsche mit Kindern, die nach Dubai oder Abu Dhabi versetzt werden, müssen sich frühzeitig Gedanken über die Schulsituation machen. Von den entsprechenden Entscheidungen kann unter Umständen eine vorzeitige Rückkehr nach Deutschland oder die vorübergehende Trennung der Familie abhängen.

DUBAI. Die deutsche Schulpräsenz ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) bislang schwach ausgeprägt. Noch führt keine der Schulen in Sharjah oder Abu Dhabi zum Abitur. Die Mehrheit der rund 8000 Deutschen in den VAE zieht es vor, ihre Kinder auf eine internationale Schule mit englischem oder US-amerikanischem Lehrplan zu schicken.

Dabei verfolgen diese Schulen nicht nur Bildungsideale, sondern sind Unternehmen, die für ihre privaten Investoren eine Rendite verdienen müssen. Schulgebühren sind in der Regel im Voraus für das Schuljahr zu entrichten. Lehrer sind ein Kostenfaktor und erhalten auch in den Topschulen keine sonderlich hohen Gehälter. Wer mit schulpflichtigen Kindern in die Emirate geht, sollte unbedingt mit seinem Arbeitgeber abklären, wer die Schulkosten übernimmt.

Lange warten, viel bezahlen

Eltern, die für ihre Kinder das Abitur anstreben, müssen sich nach Schulen umsehen, die das „International Baccalaureate“ (IB) anbieten. Dieses eröffnet den Zugang zu deutschen Hochschulen. Bislang sind die Emirates International School und die Dubai American Academy die einzigen Bildungs-einrichtungen, die Schüler bis zum IB geführt haben. Die Wartelisten für eine Aufnahme sind lang, und die Aufnahmeprüfungen gelten als schwer. Die Gebühren für ein Schuljahr beginnen bei rund 5000 Euro für einen Erstklässler und enden bei 10 000 Euro im letzten Schuljahr.

Derzeit werden mehrere neue Schulen eröffnet, darunter die Deira International School, die Dubai International Academy und die Wellington International School, die ab Klasse 10 aufbauend das IB anbieten, sodass zum kommenden Schuljahr erstmalig der Kampf um die Schulplätze etwas abklingen könnte. Als relativ preiswerter gelten die französischen Schulen, von denen die in Abu Dhabi einen guten Ruf genießt. Eine andere interessante Alternative sind die gebührenfreien staatlichen arabischen Schulen in Dubai, die für ausländische Kinder seit Kurzem wieder zugänglich sind. Für den, der es wagt, gibt es Arabischkenntnisse frei Haus. Dafür ist das Niveau der staatlichen Schulen niedriger als das der privaten.

Weiterhin aber gilt: Der Boom in den VAE hat besonders in Dubai das Schulangebot zu einem Verkäufermarkt gemacht. Etablierte Institute suchen sich ihre Kinder aus, was Eltern frühzeitig berücksichtigen müssen. Und noch etwas gibt es zu beachten: den immer zäher fließenden Verkehr und die damit verbundene Fahrzeit zur Schule.

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