Comeback
Chinageschäft beflügelt Trumpf

Firmenchefin Nicola Leibinger-Kammüller hat ihre Feuertaufe in der Krise bestanden. Der Maschinenbauer Trumpf aus Ditzingen will schnell wieder Boden gut machen. Einer der Hauptgründe für das Comeback ist das boomende Geschäft in China, das stark zulegte.
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DITZINGEN. Nicola Leibinger-Kammüller kann wieder gelöst lachen. Dass schwierigste Geschäftsjahr in der Geschichte des Laserweltmarktführers Trumpf sieht man ihr bei der Bilanzvorstellung nicht mehr an. Dabei war das fünfte Jahr, seit sie von ihrem Vater die Führung des Vorzeigeunternehmens übernommen hat, das härteste - für sie so etwas wie ihre Feuertaufe als Unternehmerin.

"Ich glaube an keine Prognosen mehr", verrät sie. Nicht mehr das gewohnte zweistellige Wachstum bei Umsatz und Rendite war zu verkünden, sondern ein Umsatzminus um ein Fünftel auf 1,34 Mrd. Euro und ein Verlust von über 70 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2009/10 (30. Juni). Den Beschäftigten wurde das Gehalt um neun Prozent gekürzt und bis zum Frühjahr wusste die Chefin noch nicht, wo die Reise hingeht.

Noch enger habe die Krise die Familie zusammengeschweißt, sagt die Trumpf-Chefin. Bruder Peter und Ehemann Mathias Kammüller bilden das Dreigestirn an der Unternehmensspitze. Die Harmonie habe gehalten, obwohl es immer mal Auseinandersetzungen gebe, auch mit dem Vater als Aufsichtsratschef. "Wir waren für die ein oder andere Anregung sehr dankbar", sagt Tochter Nicola, in heiklen Fragen immer diplomatisch. Und der Papa ist wohl unter dem Strich sehr zufrieden, wie die Tochter das Unternehmen führt und die Interessen der Männer an ihrer Seite moderiert. Am vergangenen Montag verlängerte der Aufsichtsrat ihren Vertrag um weitere fünf Jahre. Bei einem Familieneunternehmen erfährt man solche Dinge nur auf Nachfrage.

Finanziell hat die Unternehmerfamilie ohnehin Farbe bekannt. Im Vorjahr hatte die Familie das Eigenkapital um 75 Mio. Euro von 48 Prozent auf eine Quote von 53 Prozent aufgefüllt. In der Krise sank die Quote wieder auf 50,3 Prozent. "Das Geld ist heute weg", sagt Leibinger-Kammüller.

Aber seit April wendete sich das Blatt. "Umsätze und Auftragseingänge haben sich extrem erfreulich entwickelt", betont Leibinger-Kammüller. Und sie kann ein Jahr nach dem Katzenjammer schon wieder zu ihrem gewohnten Redetext greifen. Nach den ersten drei Monaten im Geschäftsjahr erwartet sie am Ende ein Wachstum um 20 Prozent auf über 1,6 Mrd. Euro: "Ein gutes Stück auf dem Weg zurück zu unserem alten Rekordniveau." Vor der Krise hatte Trumpf deutlich über zwei Mrd. Euro umgesetzt. Trumpf wächst damit deutlich stärker als der Verband VDMA, der für die Branche in 2011 nur sechs bis neun Prozent prognostiziert.

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