Der Bedarf an kleineren Kapitalvolumina ist im Mittelstand besonders groß
Mezzanine übernimmt bei Finanzierungen größere Rolle

Mezzanine ist nicht nur als Finanzierungsform für kapitalsuchende mittelständische Unternehmen interessant, sondern vor allem auch als alternative Kapitalanlage. Denn zahlreiche mittelständische Unternehmen suchen zur Deckung einer Finanzierungslücke – meist zu Expansionszwecken – relativ kleine Volumina, die der Kapitalmarkt jedoch nicht anbietet.

HB DÜSSELDORF. Die relativ wenigen Beteiligungsgesellschaften, die sich bislang in dieser Nische etabliert haben, sind in der Regel auf Unternehmen fokussiert, die einen höheren Finanzbedarf haben. Daher favorisieren Firmen meist noch immer die klassischen Bankkredite, die aber Banken im Rahmen von Basel II zunehmend restriktiv vergeben. Zur Begründung dient die geringe Eigenkapitalquote des deutschen Mittelstandes.

Nach Untersuchungen der Deutschen Bundesbank liegt die Eigenkapitalquote bei kleinen bis mittleren Unternehmen bei 7,5 Prozent, die von Großunternehmen bei knapp 25 Prozent. Bei kleineren bis mittleren Personengesellschaften ist die Eigenkapitalquote sogar negativ. So finanzieren sich bislang Unternehmen zu 70 Prozent über Bankkredite. Zunehmend erkennen deutsche Unternehmen jedoch, dass sie auch andere Finanzierungswege zur Stärkung der Eigenkapitalbasis nutzen müssen. Hierbei kann Mezzanine ein geeignetes Finanzierungsinstrument sein, das Investoren auch bedienen.

Eine Spielart dieser Finanzierungsform heißt Equity Mezzanine. Mit diesem Equity-Mezzanine-Kapital erhält das Unternehmen Liquidität ohne die Bindung an zusätzliche Sicherheiten. Der Betrieb kann dadurch eventuell zusätzlich erforderliche Kreditspielräume erweitern. Klassische Strukturen für diese unternehmerische Beteiligung sind Genussscheine, typische und atypische Strukturen und stille Beteiligungen und Nachrangdarlehen.

Auf Grund der Ausgestaltungsfreiheit wird die Beteiligung in der Regel so konzipiert sein, dass sie in der Bilanz des Unternehmens als Eigenkapital darstellbar ist. Das bedeutet, dass das Einlagekapital auch eventuell anfallende Verluste trägt und im Insolvenzfall die Kapitalge-ber zwar vor den Gesellschaftern, jedoch erst nach den übrigen Gläubigern bedient werden. Genau dieser Aspekt bestimmt das Rendite-/Risikoverhältnis. Für die Inkaufnahme von Verlusten in wirtschaftlich angespannten Zeiten wird dem Kapitalgeber in wirtschaftlich guten Zeiten eine höhere Rendite zugestanden. Er erhält zwar meist keine Mitspracherechte, kann jedoch dafür an den Gewinnen des Unternehmens überdurchschnittlich partizipieren.

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