Deutsche Maschinen fürs Kreml-Reich
Russischer Markt bleibt sperrig

Russlands Wirtschaft brummt, nicht zuletzt dank der üppig sprudelnden Devisen aus Rohstoffgeschäften. Die Industrie rüstet jetzt ihren Maschinenpark auf: Mit deutschen Maschinen, weil es praktisch keine einheimischen Lieferanten gibt.

KÖLN. Doch deutsche Maschinenbauer nutzen das Potenzial noch nicht, hat eine Expertenumfrage von Embedis International Management Services ergeben. „Überraschend war, dass der Werkzeugmaschinenbau gar nicht so stark internationalisiert ist wie es eine Exportquote von nahezu 70 Prozent erwarten ließe“, sagt Managing Partner Daniela Kandrova. „Kleine und mittlere Unternehmen tun sich schwer damit, neue Märkte zu erschließen. Expansion ist nur möglich wenn man weiß wie das Spiel läuft, das heißt man muss auf ein Netzwerk bauen können.“

Guido Brassart, Geschäftsführer der Georg Maschinentechnik GmbH & Co. KG aus Neitersen kann das bestätigen. Schon in den achtziger Jahren lieferte die auf Stahlräder spezialisierte Firma Maschinen nach Russland. „Wir sind jetzt schon seit zwei Jahren mit verschiedenen Automobilherstellern im Gespräch“, sagt Brassart.

Die Russen seien sehr daran interessiert, ihre alten Fertigungsanlagen zu modernisieren und auf westliches Niveau zu heben. „Momentan wird dort zum Teil noch mit den Maschinen gearbeitet, die wir vor über zwanzig Jahren geliefert haben.“

Doch trotz des Erneuerungswillens dauern die Entscheidungsprozesse mitunter extrem lange. Ohne gute Kontakte vor Ort, betont der Unternehmer, brauche man sich erst gar nicht auf den Weg zu machen. „Außerdem greifen wir neben unseren Kontakten, immer auch auf einen eigenen Dolmetscher zurück, obwohl die größeren russischen Firmen alle Mitarbeiter haben, die sehr gut Deutsch sprechen und fair übersetzen.“ Noch traut sich das Unternehmen mit 65 Mitarbeitern nicht zu, eine eigene Vertretung oder Tochtergesellschaft in Russland zu gründen. Doch der Export dorthin wird immer attraktiver. „Das Geld und der Wunsch zur Modernisierung sind definitiv vorhanden“, sagt Brassart. „Da möchten wir mitmischen.“

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