Deutsche Spezialisten profitieren
Kräftiger Auftrieb für Strom aus der Luft

Alle Welt entdeckt die Windkraft und setzt auf deutsche Spezialisten. Mittelständler können mit dem rasanten Wachstum oft kaum Schritt halten.

KÖLN. China gilt nicht gerade als ökologischer Musterknabe: Erst im vergangenen Dezember erregte die Provinz Guangdong Aufsehen, als ein gigantischer Giftteppich aus einer der größten Zink-Schmelzereien des Landes den Fluss Beijiang verseuchte. Und dennoch ist China für die Windkraftbranche derzeit der Wachstumsmarkt Nummer eins.

Der chinesische Rotoren-Boom ist indes das Ergebnis einer ganz pragmatischen Überlegung: „Der Energieverbrauch des Landes wächst rasant“, sagt Ralf Peters von Nordex, einem der weltweit zehn größten Anlagenbauer der Windindustrie, der auch in China aktiv ist. „Deshalb müssen die Chinesen aus allen Quellen Energie beziehen - und das am besten im eigenen Land.“ Uran und Öl müssen schließlich importiert werden.

Wie andere deutschen Hersteller konzentriert sich der Mittelständler Nordex immer stärker aufs Ausland. Noch befindet sich knapp ein Drittel der weltweit installierten Windkraftkapazität in Deutschland, aber der Rest der Welt holt auf: Besonders auffällig ist der Marktzuwachs außerhalb Europas, vor allem in Nord- und Südamerika, Kanada, China und Indien. Er betrug rund 73 Prozent und war ungefähr fünfmal so hoch wie der in Europa. Insbesondere die Nachfrage der USA fegte den Weltmarkt vollkommen leer. Und fast die Hälfte davon ging auf das Konto der deutschen Windindustrie.

Die Branche hält mit dem Wachstum kaum noch Schritt. Der Bundesverbands Windenergie schätzt, dass der deutsche Weltmarktanteil im vorigen Jahr von 56 auf 46 Prozent geschrumpft ist. 2006 wird er voraussichtlich nur 43 Prozent erreichen. Hauptgrund sind Kapazitätsengpässe - und der Kapitalmangel der kleinen Unternehmen hierzulande.

Bis auf die vier großen Player Enercon, Siemens Windpower, Repower und Nordex ist sie nach wie vor von mittelständischen Projektplanern, Anlagenbauern und Zulieferern geprägt. Selbst der deutsche Marktführer Enercon ist nur halb so groß wie der dänische Konkurrent Vestas.

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