Deutschen Unternehmen drohen Millionenschäden
Böses Erwachen nach dem Konsumrausch

Die Finanzberatung Eos Solutions warnt in einer Markteinschätzung vor zu euphorischer Kreditvergabe durch Händler und Banken im Weihnachtsgeschäft vor der Mehrwertsteuererhöhung. Eos beobachtet in der Praxis bei vielen Anbietern eine Neigung zur Euphorie wegen des Geschäfts mit den vorgezogenen Anschaffungen. Die Beratungsfirma erwartet daher deutlich mehr Zahlungsausfälle.

fmk FRANKFURT. Dem im November veröffentlichten Schulden-Kompass 2006 der Schufa zufolge ist die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland weiter gestiegen. Zwar hat sich die Geschwindigkeit der Zunahme verringert, doch mit der Mehrwertsteuer steigen nicht nur die Kosten für einmalige Anschaffungen, sondern auch für Wohnkosten, Versicherungen oder Benzin. Eos rechnet daher damit, dass Kunden mit knappem Budget die Rechnungen für vorgezogene Anschaffungen aus diesem Dezember zu einem höheren Teil nicht bezahlen können.

Der drohende wirtschaftliche Schaden sei immens, sagt Eos-Chef Hans-Werner Scherer. Um einen Forderungsausfall von 100 000 Euro auszugleichen, müsse ein Unternehmen mit einer Umsatzrendite von vier Prozent einen Zusatzumsatz von 2,5 Mill. Euro erwirtschaften. Das bessere Geschäft könnte also im Prinzip ernsthaft auf die Liquidität schlagen. Als Anbieter einer solchen Dienstleistung rät Eos dazu, verstärkt die Zahlungsfähigkeit potenzieller Kunden zu prüfen. Konkurrenten sind Bürgel oder Creditreform.

Eine andere Möglichkeit, sich die Geschäfte nicht entgehen zu lassen, ist ein zielgerichteteres Inkasso. Auch hier hilft eine Reihe von Dienstleistern. Die Coface Debitoren-Management beispielsweise bietet auch im Konsumentegeschäft die Möglichkeit an, offene Forderungen professionell einzutreiben. Coface arbeitet bereits mit Unternehmen aller Branchen und Größenklassen zusammen.

Eos-Chef Scherer sieht das Problem, dass der hohe Umsatzzuwachs bei einer großen Zahl von Schuldnern die Buchhaltungen mittelständischer Unternehmen überfordern könnte. Der Verkauf von offenen Forderungen – auch schlechtere Bonität – ist eine weitere Möglichkeit zur Entlastung, die erst in letzter Zeit auch für Mittelständler möglich geworden.

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