Drittes Quartal
Wie das Handwerk unter der Krise leidet

Die Rezession macht Deutschlands Handwerkern kräftig zu schaffen. In manchen Bereichen sind die Einbrüch besonders schlimm.
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HB WIESBADEN. Der Umsatz im Handwerk ist im dritten Quartal dieses Jahres um 5,1 Prozent gesunken. Auch die Zahl der Beschäftigten ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Der mit Abstand größte Umsatzeinbruch wurde mit minus 20,4 Prozent von den Handwerken für den gewerblichen Bedarf gemeldet. Umsatzrückgänge verzeichneten auch das Bauhauptgewerbe (minus 4,5 Prozent), das Ausbaugewerbe (minus 3,1 Prozent) und das Lebensmittelgewerbe (minus 1,6 Prozent). In den Handwerken für den privaten Bedarf stagnierte der Umsatz. Höhere Umsätze als im Vorjahresquartal gab es im Kraftfahrzeuggewerbe (plus 1,5 Prozent) und im Gesundheitsgewerbe (plus 2,1 Prozent).

Im Bauhauptgewerbe, im Ausbaugewerbe, in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf, im Kraftfahrzeuggewerbe sowie in den Handwerken für den privaten Bedarf ging die Beschäftigung zurück. In den Handwerken für den gewerblichen Bedarf war der Personalrückgang mit minus 6,1 Prozent am stärksten. Geringe Beschäftigungszunahmen verzeichneten das Lebensmittelgewerbe (plus 0,1 Prozent) und das Gesundheitsgewerbe (plus 0,2 Prozent).

Die Baubranche hofft jetzt auf die milliardenschweren Konjunkturpakete, die ihr 2010 voraussichtlich leichten Aufwind bei den Umsätzen bescheren. "Für das kommende Jahr erwarten wir mindestens eine schwarze Null, ein geringes Wachstum ist in Aussicht", sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Hans-Hartwig Loewenstein, am Dienstag in Berlin. 2009 sei wie erwartet ein schwieriges Jahr geworden. "Mit einem Minus von knapp fünf Prozent beim baugewerblichen Umsatz traf der Rückgang unsere Branche aber nicht so schwer wie andere", sagte der Verbandschef.

Im Wirtschaftsbau hat die Krise allerdings tiefe Spuren hinterlassen: In den ersten neun Monaten sind die Aufträge um 17,5 Prozent eingebrochen, die Umsätze gingen im selben Zeitraum um elf Prozent zurück. Für das Gesamtjahr geht der Verband davon aus, dass 4,1 Mrd. Euro weniger erlöst werden als 2008. Das ist ein Rückgang um rund zwölf Prozent.

Getragen von den Konjunkturprogrammen hat sich die Lage im öffentlichen Bau jedoch allmählich gebessert, wie Loewenstein mitteilte. So sei seit den Sommermonaten eine Umsatzsteigerung gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat zu verzeichnen, von gut zwei Prozent im Mai auf über zehn Prozent im September: "Hier zeigt sich die Marktwirksamkeit der Konjunkturprogramme mehr als deutlich."

Der Wohnungsbau war laut ZDB 2009 die umsatzschwächste Bausparte: "Daran wird sich auch im nächsten Jahr nichts ändern", sagte der ZDB-Präsident. Auch wenn bei den Baugenehmigungen in den Sommermonaten gegenüber dem Vorjahr eine Belebung zu verzeichnen sei, blieben Impulse ohne eine Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen sowie neue Förderansätze zu schwach.

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