EBM-Papst
König der Lüfter

Der baden-württembergische Ventilatorenspezialist EBM-Papst ist mit über einer Milliarde Euro Umsatz und 16 Werken der weltgrößte Hersteller von Lüftern und Ventilatoren: Nun hat das Familienunternehmen eine schwierige Aufgabe gemeistert und einen Nachfolger für Gründer Gerhard Sturm bestimmt – den externen Manager Hans-Jochen Beilke.

STUTTGART. Grüne Wiesen, saftige Flussauen, leere Straßen. Mulfingen – das klingt nach Provinz und ist es auch. Daraus zu schließen, dass es im Hohenloher Land nordöstlich von Heilbronn keine großen Unternehmen gebe, wäre ein Trugschluss. Denn gerade in Baden-Württemberg verstecken sich Weltmarktführer gerne auf dem Land. Sie machen Milliardenumsätze, überlassen aber getrost Daimler, Porsche und Bosch das Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Gerade die Hohenlohe hat es in sich. Der weltgrößte Schraubenhändler Würth ist hier ebenso zu Hause wie der kleinere Konkurrent Berner. Und auch eine Firma mit dem ungewöhnlichen Namen EBM-Papst. Deren Gründer, Gerhard Sturm, sagt: „Wir wollten unser Unternehmen erst einmal in Ruhe aufbauen und formieren, bevor wir groß darüber reden.“ Sturm ging mit Reinhold Würth und Albert Berner gemeinsam auf die Schule.

Würth kennt inzwischen jeder. EBM-Papst dagegen schickt sich gerade erst an, in der Öffentlichkeit über die Hohelohe hinaus bekannt zu werden. Hinter dem Unternehmen verbirgt sich ein typischer „hidden champion“: Es ist der weltgrößte Hersteller von Lüftern und Ventilatoren, mit über einer Mrd. Euro Umsatz und 16 Werken weltweit. Die Produkte finden sich in aller Welt: von der Prozessorkühlung für Laptops bis hin zum mannshohen Ventilator für die Klimaanlage eines New Yorker Wolkenkratzers.

1963 entstand der heutige Weltmarktführer und wirtschaftet nach eigenen Angaben seither durchweg profitabel. Gerade hat das Familienunternehmen eines der schwierigsten Schritte in der Unternehmensgeschichte hinter sich: die Übergabe an einen Nachfolger.

Gründer und Gesellschafter Gerhard Sturm hat sich im Frühjahr aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen – und sich für eine Lösung entschieden, die Familienunternehmen oft empfohlen, aber noch vergleichbar wenig angenommen wird: die Verpflichtung eines externen Managers an der Spitze. Nach einer Untersuchung der Bonner Unternehmensberatung Intes werden zwar nur rund zehn Prozent der deutschen Familienfirmen von Externen geführt. Doch wird die Zahl der Fremdmanager nach Einschätzung der Experten in den nächsten Jahren steigen – vor allem in Unternehmen mit Ambitionen im internationalen Geschäft.

Seite 1:

König der Lüfter

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%