Elektrotechnik-Spezialist
Weidmüller expandiert stark im Ausland

Meckern über den Standort Deutschland – das will Peter Köhler nicht. Der Chef des Eletrotechnik-Spezialisten Weidmüller hält an der Produktion in der Heimat fest. Allerdings wächst das Unternehmen vor allem im Ausland.
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HannoverDer Industriestandort Deutschland ist in den vergangenen Wochen ins Gerede gekommen. In den Führungsetagen vieler Unternehmen ist das Grummeln über eine Reihe politischer Entscheidungen der Großen Koalition unüberhörbar: Die geplante Rente mit 63, der langsame Ausbau des Breitbandnetzes oder die hohen Energiekosten wecken bei manchem Manager gelinde Zweifel, ob sich ein Ausbau der Fertigung hierzulande langfristig noch rechnet.

Peter Köhler gehört nicht dazu – noch nicht. „Derzeit stimmen die wichtigsten Rahmenbedingungen“, sagte der Vorstandschef des Elektrotechnik-Spezialisten Weidmüller bei der Hannover Messe. Er warnte aber gleichzeitig. „Bei Neuinvestitionen gleichen Sie aber immer ab, ob sie für den Standort noch Sinn machen.“

Der Mittelständler mit Hauptsitz im ostwestfälischen Detmold verfügt derzeit noch über ein starkes Standbein in Deutschland. Über 50 Prozent aller Investitionen werden hier getätigt, mehr als die Hälfte der rund 4600 Mitarbeiter arbeiten in den inländischen Produktionsstätten – obwohl der Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr nur ein Viertel des Gesamtgeschäfts von 640 Millionen Euro ausmachte. Wegen der starken Verwurzelung des Unternehmens in der Region geht Köhler nicht davon aus, dass sich in den kommenden Jahren daran grundlegend was ändern wird. „Der Prozess wird eher schleichend sein“, sagte er.

Weidmüller wachse wie die anderen Hersteller der Elektrotechnik vor allem im Ausland: So legte der Umsatz 2013 im asiatisch-pazifischen Raum um sechs Prozent zu, während er in Deutschland fast stagnierte. Das werde sich irgendwann auch mal in der Verschiebung der Produktion auswirken. Da Weidmüller aber weiter wachsen wolle, werde die Zahl der Arbeitsplätze aber mindestens konstant bleiben: „Die Expansion im Ausland sichert die Arbeitsplätze hier.“

Für das laufende Jahr rechnen Köhler und sein Vertriebsvorstand Volpert Briel mit einer Fortsetzung des moderaten Wachstumskurses von 2013. Da waren es drei Prozent, in diese Jahr sollen sie sich in einer ähnlichen Größenordnung bewegen. Zumindest der Start war ordentlich: „Im ersten Quartal sind wir deutlich besser unterwegs als gedacht“, sagte Briel.

Daran werde sich auch nichts ändern, sollte es doch noch zu wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland kommen. Das Land gehörte zwar 2013  mit einem Plus von gut 20 Prozent zu den wachstumsstärksten Märkten der Ostwestfalen. Aufs Gesamtgeschäft bezogen, sei der Anteil aber eher klein: „Sanktionen würden uns schaden, aber nicht schwer treffen“, sagte Briel.

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