Erneuerbare Energien
Solarkraft für Gummibärchen

Frankreichs Markt für Sonnenenergie boomt. Mit einer Pilotanlage im südfranzösischen Haribo-Museum will die Phönix SonnenWärme AG für sich und deutsche Technik werben.

PARIS. Seit Juni müssen weder die Gummibären noch die Besucher in Haribos Musée du Bonbon im südfranzösischen Uzès schwitzen oder frieren. Die Berliner Phönix SonnenWärme AG hat dort eine solare Kühl- und Heizungsanlage installiert. Sie soll öffentlichkeitswirksam auf die Kompetenzen deutscher Solarunternehmen hinweisen. „Wir hoffen, durch dieses Projekt in Frankreich viele neue Kunden zu gewinnen“, sagt Philipp Spitzmüller, technischer Vertriebsleiter der französischen Dependance des Unternehmens. Jahr für Jahr besuchen über 250.000 Menschen das Museum. Meistens kommen junge Familien mit Kindern – die perfekte Zielgruppe.

In mehreren Ländern sind Sonnenenergieanlagen im Rahmen des Solardachprogramms der Exportinitiative Erneuerbare Energien des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie installiert. Sie sollen als Leuchtturmprojekte deutschen Unternehmen den Weg in vielversprechende Märkte öffnen und gleichzeitig über erneuerbare Energien „made in Germany“ in- formieren. Der Staat fördert deshalb solche Projekte. In Uzès übernahm Phönix 53 Prozent der Installationskosten und das Bundesministerium für Wirtschaft den Rest. Haribo zahlt im Gegenzug einen Teil der eingesparten Energiekosten an Phönix.

In Uzès informieren Schautafeln die Museumsbesucher über die Sonnenenergie, eine eigene Internetseite und ein Film sind entstanden. Phönix nutzt das Museum außerdem als Schulungszentrum für Vertriebspartner in Frankreich. „Weltweit haben wir bereits 14 solcher Projekte durchgeführt, zehn weitere sind geplant“, berichtet Berthold Breid, der bei der Deutschen Energieagentur das Solardachprogramm koordiniert.

Auch die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer bewertet das Projekt durchweg positiv. „Wir bräuchten mehr solcher Leuchtturmprojekte, denn der gesamte Markt der erneuerbaren Energien bietet deutschen Unternehmen ausgezeichnete Möglichkeiten“, urteilt Joachim Rothacker, Regionalbeauftragter der Kammer für Südfrankreich. „Doch manche Firmen trauen sich einfach nicht.“

Phönix zählt in Frankreich bislang noch nicht zu den Marktführern, Spitzmüller gibt sich jedoch optimistisch: „Wir haben ehrgeizige Wachstumsziele und wollen, wie schon in den vergangenen Jahren, deutlich schneller als der Markt wachsen.“ Auch wenn mittlerweile alle großen Anbieter von Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen den französischen Markt entdeckt haben – die Solarspezialisten von Phönix rechnen sich sehr gute Chancen aus. Den Worten lässt Phönix Taten folgen: Im Juli hat das Unternehmen in Montpellier ein zweites Frankreich-Büro eröffnet – nur einige Kilometer von Uzès entfernt.

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