Export in Schwellenländer
Möbelhersteller flüchten aus den Eurokrisenländern

Die deutschen Möbelhersteller konnten ihren Exportanteil zuletzt deutlich steigern. Auf der Kölner Möbelmesse suchen die Hersteller nun nach weiteren Chancen, um ihre Produkte in noch mehr Ländern absetzen zu können.
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KölnKlare Linien, glänzende Oberflächen, seltene Materialien - die Möbel, die die deutschen Hersteller seit gestern auf der Internationalen Möbelmesse IMM in Köln ausstellen, zeigen weltmännisches Design. Und das nicht von ungefähr: Die Möbelhersteller drängen verstärkt in Auslandsmärkte. In den ersten neun Monaten 2011 ist der Export bereits um 11,1 Prozent gewachsen. Dabei beginnt die Branche gerade erst, die Wachstumsländer zu bearbeiten. Allein der Export nach China wuchs 2011 um gut 57 Prozent und liegt nun deutlich über 200 Millionen Euro.

Ein Beispiel bietet der Markenhersteller Interlübke. "Wir stellen unseren Export auf eine breitere Basis", sagt Exportleiter Detlef Mika. Für ihn heißt das: unabhängiger werden von den Euro-Krisenländern. Während der Messe will er einen zweiten Vertriebspartner für den vielversprechenden brasilianischen Markt aussuchen, auf dem Interlübke erst seit kurzem aktiv ist. Zudem ziehe der asiatische Markt wieder an. Im November verbuchte Interlübke zwei Großaufträge aus Korea im Objektgeschäft. In China gibt es die Möbel aus Rheda-Wiedenbrück bereits in Peking und Schanghai, über einen Partner folgen 2012 weitere Läden.

Zuletzt kam etwa jeder dritte Euro des Umsatzes des Traditionsunternehmens aus dem Export. 2010 setzte Interlübke etwa 33 Millionen Euro um, 2011 verzeichnete der Hersteller deutliches Wachstum.

"In Deutschland können die Hersteller fast nur über Verdrängung wachsen. Deshalb ist es für viele attraktiv, ins Ausland zu gehen", sagt Elmar Duffner, Präsident des Möbelverbands VDM und Vorstandschef des Küchenherstellers Alno. Der russische Markt sei etwa im ersten Halbjahr 2011 um 48 Prozent gewachsen. "Das schafft die russische Möbelindustrie allein gar nicht", erklärt Duffner. Allerdings bräuchten Exporteure die geeigneten Produkte und einen professionellen Vertrieb. Schließlich seien viele Auslandsmärkte schwieriger strukturiert als Deutschland mit seinen starken Einkaufsverbünden des Handels.

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