Exportmärkte
US-Wirtschaftskrise trifft deutsche Hersteller

Noch immer ist der US-Markt der wichtigste Abnehmer für die deutsche Intralogistik-Branche. Deshalb bekommen die hiesigen Anbieter die Probleme der Amerikaner besonders deutlich zu spüren. Trotzdem bleibt die Branche für Auslandsmarkt optimistisch.

BREMEN. Wenn Autohersteller in den USA Fahrzeugteile aus ihrem Lager in die Transporthallen holen, geschieht das immer häufiger mit den Vakuumgreifern der Firma Schmalz. Der mittelständische Intralogistik-Anbieter aus Glatten kommt mit seinen Transportsystemen, die über Druckluft ein Vakuum erzeugen und mit einer Art Saugnapf an das zu bewegende Werkstück andocken, auf dem amerikanischen Markt gut an. „Die USA sind unser wichtigster Exportmarkt“, sagt Volker Schnell, Vertriebsleiter der J. Schmalz GmbH. „Gerade in der Automobilindustrie haben wir dort in letzter Zeit große Erfolge verbuchen können.“

Für deutsche Intralogistik-Unternehmen sind die USA der wichtigste Auslandsmarkt: Mit einem Volumen von 1,06 Mrd. Euro waren sie im vergangenen Jahr das größte Abnehmerland mit deutlichem Abstand vor Frankreich mit 907 Mill. Euro und Großbritannien mit 737 Mill. Euro. Rund 50 Prozent der Branchenproduktion geht in den Export. „Die deutsche Intralogistik ist stark abhängig von den USA“, sagt Christoph Hahn-Woernle, Sprecher des Forums Intralogistik im Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA).

Der Verband hat jetzt eine Prognose veröffentlicht, die düstere Wolken am Absatzmarkt Nummer Eins heraufziehen sieht: Die Bankenkrise, die Rezession und die anstehende Präsidentschaftswahl in den USA werde das Umsatzwachstum der deutschen Intralogistiker deutlich schwächen: Es werde im laufenden Jahr nur acht Prozent betragen, so der VDMA. 2007 waren es noch 17 Prozent gewesen.

Darauf reagiert Volker Schnell, Vertriebsleiter der J. Schmalz GmbH, gelassen. „Aus unserer Sicht ist die Wirtschaftskrise nur temporär, der Markt wird sich wieder erholen.“ Das hohe Potential in den USA bleibe bestehen, da der Automatisierungsgrad nordamerikanischer Firmen längst nicht so hoch sei wie in Deutschland. „Wegen eines niedrigen Lohnniveaus und ausreichend Platz für Lager und Transport war der Bedarf an effizienter Logistik bislang nicht so groß“, sagt Schmalz-Vertriebsleiter Schnell. „Das ändert sich jetzt, und US-Firmen beginnen, in der Intralogistik aufzurüsten.“

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