Otto Bock
Das kostspielige Leben des Prothesen-Königs

Der Prothesenhersteller Otto Bock hat sich durch den Einstieg eines Investors und einen Spartenverkauf frisches Geld besorgt. Laut einem Bericht hat Inhaber Hans Georg Näder jedoch zuvor hohe Geldsummen entnommen.
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Der Medizintechnikkonzern Otto Bock soll unter dem kostspieligen Lebensstil seines Inhabers Hans Georg Näder leiden. Der geschäftsführende Gesellschafter entnahm seinem Unternehmen zwischen 2011 und 2015 rund 292 Millionen Euro, obwohl in dieser Zeit lediglich 171 Millionen Euro an Gewinn nach Steuern anfielen, berichtet das „Manager Magazin“ am Freitag.

Die Eigenkapitalquote sei zwischenzeitlich von 50 auf 24 Prozent gefallen. Näder soll das Geld laut dem Bericht unter anderem in teure Kunstwerke, luxuriöse Segeljachten und große Anwesen stecken.

Ende Juni hatte der schwedische Finanzinvestor EQT 20 Prozent an der Otto Bock Healthcare übernommen, dem Kerngeschäft des Familienunternehmens aus dem niedersächsischen Duderstadt. Das 1919 gegründete Unternehmen wurde dabei mit 3,15 Milliarden Euro bewertet.

Im Juli hatte Otto Bock seine Kunststoff-Sparte mit rund 430 Mitarbeitern an das Schweizer Konglomerat Conzetta verkauft. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Näder hatte angekündigt, sich nun ganz auf das Wachstum des Kerngeschäfts mit Prothesen kümmern.

Otto Bock erklärte, der vom „Manager Magazin“ erweckte Eindruck, beim Einstieg von EQT habe es sich um eine Notoperation gehandelt, sei falsch. „Die Partnerschaft ist vielmehr ein genialer Schachzug“, hieß es.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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