Fassadenfarben und Bautenschutz
Glänzende und Wärme dämmende Wassersperre

Algen und Pilzen, die sich an Hausfassaden und anderen Bauwerken ansiedeln, stehen schwere Zeiten bevor: Oberflächentechniker allerorten haben ihnen den Kampf angesagt. Anbieter von Fassadenfarben arbeiten an High-Tech-Pigmenten für den Bautenschutz.

KÖLN. „Das Thema wird uns in Zukunft beschäftigen“, bestätigt Stefan Kairies, Produktmanager beim Farben- und Lackhersteller Caparol. Kairies will die Lebensbedingungen der Pflanzen ohne Gift verschlechtern. Eine spezielle Farbe kann zum Beispiel besonders Wasser abweisend sein oder Infrarot-Pigmente enthalten, die Strahlungswärme aufnehmen und den Schädlingen einheizen.

Mit einem hübschen Weiß allein ist es heute nämlich nicht mehr getan. Farben und andere Beschichtungsstoffe für Bauwerke sollen interessant aussehen, gegen Umwelteinflüsse schützen, perfekt am Untergrund haften und - im Fall von Häusern - die Wärme möglichst gut im Innern halten. Die Ansprüche der Kunden wachsen, und die Farb-Anbieter müssen ihnen gerecht werden.

Caparol im hessischen Ober-Ramstadt hat deshalb Ende März zwei neue Fassadenfarben mit Nano-Quarz-Partikeln auf den Markt gebracht. Sie sollen besonders gut haften, kaum verschmutzen und bei Feuchtigkeit und Wärme nicht aufquellen. Die Oberfläche der aufgetragenen Farbe zieht Wasser an, die untere Farbschicht jedoch nicht. „Ein Quantensprung“, urteilt Produktmanager Kairies unbescheiden. „Die Nachfrage ist sehr groß, wir haben die Aufmerksamkeit der Malerbetriebe.“ Der Produktmanager erwartet, dass die neuen Farben, die nicht viel mehr kosten als herkömmliche, bald eine tragende Säule des Caparol-Geschäfts werden.

Eine oft gewünschte Eigenschaft von Farben ist, Schmutz so gut wie möglich abzuweisen und sich einfach reinigen zu lassen. Der so genannte Lotus-Effekt soll dabei helfen, Oberflächen sauber zu halten: Eine Farbbeschichtung macht sie dafür genauso Wasser abweisend wie ein Lotusblatt. Auch photokatalytische Farben, die Titanoxid-Nanopartikel enthalten, sind für viele Oberflächentechniker eine viel versprechende Neuerung, jedoch bisher noch nicht sehr weit verbreitet. Organische Materialien, die sich auf ihnen absetzen, werden durch das Sonnenlicht abgebaut.

Viele Unternehmen bieten mittlerweile besonders leicht zu reinigende Produkte an. Farben, die Algen und Pilzen zuverlässig den Garaus machen, werden nach Kairies Einschätzung dagegen noch etwa zwei Jahre auf sich warten lassen - bisher gibt es nur einige Experimental-Produkte.

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