Finanzkrise trifft Stankiewicz
Insolvenzverfahren bei Autozulieferer eröffnet

Das Amtsgericht Celle hat am Montag das vorläufige Insolvenzverfahren über das Vermögen des Autozulieferers Stankiewicz eröffnet. Am Stammsitz des Unternehmens in Adelheidsdorf bei Celle und an anderen deutschen Standorten seien 1 250 Arbeitsplätze in Gefahr, teilte Amtsgerichtsdirektor Günter Busche mit. Weltweit seien rund 750 weitere Jobs bedroht.

HB ADELHEIDSDORF/MESCHEDE. Der Hersteller von Schallisolationen für die Autoindustrie ist einer der größten Arbeitgeber im Kreis Celle. Der vom Gericht bestimmte Insolvenzverwalter Christopher Seagon hat die Aufgabe, das Vermögen des Unternehmens zu sichern und zu erhalten. Zudem soll er die Firma bis zur Eröffnung des endgültigen Insolvenzverfahrens fortführen. Momentan wird bei Stankiewicz nicht produziert. Die Arbeit ruht noch bis zum 5. Januar. Das Unternehmen war wegen der Finanz- und Autokrise in Zahlungsnot geraten.

Stankiewicz gehört zur Gimotive GmbH. Allein in Adelheidsdorf sind 600 Arbeitnehmer tätig. Das Unternehmen hat weitere Standorte unter anderem in Hamburg, Hameln, in Straubing (Bayern) und in Friedrichroda (Thüringen) sowie in den USA, Belgien und Frankreich. 2007 erzielte der Autozulieferer einen Umsatz von 272 Millionen Euro.

Der in Schwierigkeiten geratene Automobilzulieferer Honsel hat unterdessen mit seinen Banken ein Stillhalteabkommen vereinbart. Die Vereinbarung laufe bis zum 31. März 2009, teilte das Unternehmen an Montag mit. "Der Hauptanteilseigner RHJ International S.A. wird zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen", erklärte Honsel weiter. In den kommenden Monaten werde der Hersteller von Leichtmetallteilen seine Restrukturierungsaktivitäten intensivieren und so seine langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern.

Honsel mit Sitz im nordrhein-westfälischen Meschede hatte im Geschäftsjahr 2007/08 mit rund 5 000 Mitarbeitern einen Umsatz von knapp 900 Millionen Euro erzielt. Das 1908 gegründete Unternehmen liefert unter anderem Motoren- und Getriebeteile für die Automobilindustrie sowie Produkte für den Maschinenbau. Ende November hatte Honsel für mehrere Werke Kurzarbeit angekündigt. Der Zulieferer leidet wie viele seiner Konkurrenten unter der Absatzflaute der Automobilindustrie.

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