Flexibel ist beliebt
Arbeit zur rechten Zeit

Die flexible Arbeitszeitgestaltung wächst sich zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor für deutsche Unternehmen aus.

„Mit Hilfe von individuell festgelegten Arbeitszeiten können Firmen nicht nur Auftragsschwankungen besser ausgleichen“, sagt Professor Rainer Kämpf von der European School of Business in Reutlingen. „Dank attraktiver Modelle finden sie auch schneller qualifizierte Fachkräfte, die sich gerne langfristig an den Betrieb binden“, erklärt der Wissenschaftler. Aber auch die mögliche Senkung der Arbeitskosten und die damit verbundene Sicherung von hiesigen Produktionsstandorten sind für viele Firmen ein Grund, die herkömmlichen Arbeitsformen zu überdenken.

Wie bedeutend die Rolle flexibler Arbeitzeiten hier zu Lande inzwischen ist, zeigt auch eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter mehr als 20 000 Unternehmen: Fast zwei Drittel der befragten Betriebe legen großen Wert auf eine flexible Gestaltung der Arbeitszeiten – und das vielfach schon seit Jahren. Dabei gilt: Je größer die Mitarbeiterzahl desto höher ist der Anteil der Betriebe, die zumindest eine Alternative anbieten. So geben beispielsweise 68 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 199 Beschäftigten an, ihre Arbeitszeiten flexibilisiert zu haben. Das gilt sogar für 85 Prozent der Betriebe mit 200 bis 999 Mitarbeitern und für 93 Prozent der großen Unternehmen mit mehr als 1 000 Arbeitnehmern. Zum Vergleich: Bei den Unternehmen mit bis zu 19 Beschäftigten setzt gut jeder zweite Betrieb die starren Arbeitzeiten außer Kraft.

Laut DIHK-Studie sind flexible Wochenarbeitszeiten, die von 40 Prozent aller Unternehmen genutzt werden, das beliebteste Modell. „Auch in der Gebäudetechnikbranche sind Arbeitszeitkonten das gängigste Instrument“, bestätigt Gerd Graul vom Gesamtverband Gebäudetechnik e.V. in Berlin. Gleitzeiten mit festgelegten Kernarbeitszeiten oder die Jahresarbeitszeitkonten kommen nach den Ergebnissen der DIHKUmfrage in fast jedem dritten Betrieb zum Einsatz. Aber auch die Gleitzeit ohne Kernzeiten sowie die Telearbeit finden immer mehr Zuspruch unter den Arbeitgebern. Auf Basis des Arbeitszeitgesetzes, das unter bestimmten Voraussetzungen eine Wochenarbeitszeit von maximal 60 Stunden ermöglicht, haben die Unternehmen inzwischen die Wahl unter einer Vielzahl von alternativen Modellen. Neben den bereits genannten Varianten existieren in der Praxis weitere Ausführungen. Zum Beispiel das Job-Sharing, bei dem sich mehrere Mitarbeiter den Arbeitsplatz teilen. Oder die Vertrauensarbeitszeit, bei der auf jegliche Kontrolle durch den Arbeitgeber verzichtet wird. Der Mitarbeiter handelt völlig eigenverantwortlich und orientiert sich ausschließlich am Ergebnis seiner Arbeit.

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