Fonds wird aufgelegt
Commerzbank will sich an Mittelständlern beteiligen

Die Commerzbank plant, sich an mittelständischen Unternehmen zu beteiligen. Zu diesem Zweck wollen die Frankfurter einen multimillionenschweren Private-Equity-Fonds gründen. Doch das Feld ist bereits besetzt: von Genossenschaftsbanken und Sparkassen.

FRANKFURT. Der Fonds richte sich an Unternehmen, die etwa vor einem Generationswechsel stehen oder bei denen sich aus anderen Gründen ein Gesellschafterwechsel abzeichnet, sagte der Konzernbereichsleiter Unternehmensfinanzierung bei der Commerzbank, Markus Beumer, dem Handelsblatt. Ob der Fonds in diesem Jahr starte, sei aber noch nicht klar.

Der Fonds soll mittelfristig ein Euro-Volumen im dreistelligen Millionenbereich erhalten. Die Commerzbank will ihn gemeinsam mit Partnern aufsetzen. Gespräche mit institutionellen Anlegern als Fonds-Partner liefen. Die Commerzbank wolle einen Anteil des Fondskapitals beisteuern.

Commerzbank-Vorstand Wolfgang Hartmann hatte im April bei einer Präsentation der Initiative Finanzplatz Deutschland (IFD) gesagt, es mangele an Angeboten für private Beteiligungsfinanzierungen im Mittelstand – vor allem bei Transaktionsvolumina zwischen 10 und 100 Mill. Euro. Angelsächsische Investoren besetzten mit Angeboten zunehmend das Feld.

Genossen und Sparkassen dominieren

Während Genossenschaftsbanken und Sparkassen seit langem privates Beteiligungskapital zur Verfügung stellen, haben sich viele private Geschäftsbanken – auch die Commerzbank – nach 2000 aus diesem Feld zurückgezogen. Auch Deutsche Bank oder Hypo-Vereinsbank bieten keine eigenen Finanzierungen über privates Beteiligungskapital an und planen auch keine. Man beschränke sich auf die Finanzierungsberatung der Unternehmen und gegebenenfalls die Vermittlung von Eigenkapitalgebern, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank. Beide Institute stellen jedoch wie viele Banken über Programme Mezzanine-Kapital – eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital – zur Verfügung. Mit Mezzanine will auch der Hessen-Fonds der IFD mit einem Volumen von 53 Mill. Euro über stille Beteiligungen und andere Nachrangformen Unternehmen finanzieren.

Bei den Genossenschaftsbanken sind die DZ Equity Partner und die WGZ Initiativkapital Geber von privatem Beteiligungskapital. Bei den Sparkassen gibt es dafür 80 Gesellschaften sehr unterschiedlicher Größe, zum Teil gemeinsam mit den Landesbanken aufgesetzt. Zudem haben die Bundesländer Förderbanken und Mittelstandsbeteiligungsgesellschaften (MBGs). Letztere finanzieren meist über stille Beteiligungen. Der von der Commerzbank geplante Fonds soll seine Mehrheits- und Minderheitsfinanzierungen „mittel- bis langfristig“, meist länger als fünf Jahre halten, sagte Beumer.

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