Geschäftsreisen
Arabisch lernen lohnt sich

Zwar sprechen viele arabische Geschäftsleute Englisch. Doch wenn Europäer ein wenig Arabisch können, punkten sie besser auf den orientalischen Märkten und gewinnen den Respekt ihrer Partner.

KÖLN. Immer mehr Deutsche leben in arabischen Ländern. Die wirtschaftliche Renaissance Arabiens mit Dubai und den Golfländern an der Spitze macht die Entsendung von Firmenvertretern und ihren Familien unabdingbar. Aus der Sicht des Entsandten stellt sich die Frage, wie stark er sich auf das neue Umfeld einlassen will. Konkret: Ist es nötig, Arabisch zu lernen?

Auch wenn der deutsche Geschäftsmann selbst in Saudi-Arabien weitgehend ohne Arabisch zurechtkommt, lohnt der Spracherwerb dennoch. Man erschließt sich mit einem Schlag einen Sprachraum mit 300 Millionen Einwohnern. Obwohl Englisch vor allem am Golf auf dem Vormarsch ist, bleibt Arabisch in vielen Ländern wichtigste Sprache. Einheimische wissen auch die Mühe zu wür-digen, die eine Beschäftigung mit der Fremdsprache bedeutet, und sehen dies als Höflichkeit gegenüber dem Gastland an.

Von Marokko bis Irak oder vom Sudan bis Syrien ist Arabisch das Kommunikations-medium. Allerdings unterscheiden sich die Dialekte, sodass Menschen aus dem Magh-reb nicht mit Arabern aus der Levante oder der arabischen Halbinsel in ihren jeweiligen Dialekten kommunizieren können. Binde-glied ist das Hocharabisch oder "Fusha". Es ist die einheitliche Schriftsprache von Casablanca bis Maskat. Zeitungen, Bücher und die meisten Sendungen im Fernsehen sind auf Hocharabisch. Auch der Sender Al-Jazeera sendet auf Fusha. Das moderne Hocharabisch geht auf die Sprache des Koran zurück. Novizen sollten zunächst Fusha lernen und sich dann, wenn nötig, einen der vielen Dialekte auf dem soliden Fundament der Schriftsprache aneignen.

Arabisch ist eine bemerkenswert analytische, fast mathematische Sprache. Trotz der scheinbar hohen Anfangshürden, hat man deshalb schnell Erfolgserlebnisse. Zahlen oder einige Wörter auf Straßenschildern können Arabischschüler meist nach kurzer Zeit lesen. Damit sind sie dann etwa in Saudi-Arabien, wo Straßenschilder fast immer nur in Arabisch beschriftet sind, nicht länger dem Taxifahrer auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Für die konzentrierte Auseinandersetzung mit der fremden Sprache lohnt sich zu Beginn ein Intensivkurs. Sind die ersten Klippen um-schifft, geht es leichter. Immerhin ist Arabisch auf einem Alphabet mit 28 Buchstaben aufgebaut, kein Vergleich zum Lernaufwand für Sprachen wie Chinesisch oder Japanisch mit ihren Tausenden von Zeichen.

Auch der logische Aufbau des Arabischen erleichtert den Zugang. Alles basiert auf dem Grundgerüst des in der Regel dreikonsonantischen Verbs. Kurze Vokale werden nicht ausgeschrieben, was die Hauptschwierigkeit des Arabischen für den Anfänger darstellt. Um einen Satz lesen zu können, muss man die Bedeutung des Wortes im Zusammenhang kennen. Es ist, als ob im Deutschen nur die Buchstabenkombination "bch" im Text steht. Das könnte "Bach", "Buch", "Bache" oder auch "Buche" bedeuten. Der richtige Sinn ergibt sich allein aus dem Kontext.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%