Gesellschaftliches Engagement
Ohne Ausbildung kein Mittelstand

Der Wert einer Gesellschaft bemisst sich nicht nur an dem ökonomischen Beitrag, den jeder Einzelne liefert. Vielmehr gehören dazu auch Werte wie Bildung und bürgerschaftliches Engagement. Hier zeigt sich die wahre Stärke von kleinen und mittleren Betrieben.

DÜSSELDORF. Leistungsträger wollen alle sein: die großen global operierenden Konzerne, die Mittelständler, die kleineren Handwerker und Kaufleute. Natürlich auch die Freiberufler und die Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Sie alle nehmen für sich in Anspruch – mehr oder weniger –, zum wirtschaftlichen Wohle unseres Landes die entscheidenden Anteile zu liefern. Doch der Wert einer Gesellschaft bemisst sich nicht nur an dem ökonomischen Beitrag, den jeder Einzelne liefert. Vielmehr gehören dazu auch Werte wie Bildung und bürgerschaftliches Engagement. Die Verbundenheit mit Vereinen, Kirchen und anderen Organisationen oder die (ehrenamtliche) politische Tätigkeit vor Ort machen erst ein funktionierendes Gemeinwesen aus.

Die Düsseldorfer Handwerkskammer wollte es genauer wissen und fragte bei ihren Mitgliedern nach. Einige Ergebnisse: Das Ehrenamt in Deutschland hängt massiv vom Handwerker-Engagement ab. Drei Viertel der Handwerksunternehmer sind in Vereinen und Verbänden aktiv – und das in der Regel mehrfach. Würden sich Handwerker aus Überlastung – etwa durch überbordende bürokratische Anforderungen ans Unternehmen oder allzu drückende unproduktive Kosten (Abgaben) – verstärkt aus ihren gesellschaftlichen Engagements zurückziehen, würde eine Erosion des Gemeinwesens drohen.

So bekennen sich die Selbstständigen und Führungskräfte des Handwerks, des beschäftigungsstärksten deutschen Wirtschaftsbereichs, auch zu den Grundwerten wie Verantwortungsbewusstsein, Leistungs- und Bildungsbereitschaft sowie gesellschaftlichem Engagement. Auch Persönlichkeitsmerkmale wie soziale Kompetenz stehen hoch im Kurs. 95 Prozent der befragten Firmenchefs nennen Verantwortungsbewusstsein, 87,4 Prozent Leistungswillen und 73 Prozent Bildungsbereitschaft als zeitlos gültige Werte einer funktionierenden Zivilgesellschaft. Lernbereitschaft, Zuverlässigkeit und Fleiß gelten für je annähernd einhundert Prozent der befragten Verantwortungsträger aus dem Handwerkssektor als unverzichtbare Persönlichkeitseigenschaften junger Menschen.

Prof. Wolfgang Schulhoff, Präsident des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstags (NWHT), leitet daraus die Bedeutung der Bildung ab: „Wer bildungsunwillig ist, definiert sich selbst in die Unterschicht der Gesellschaft.“ Damit beteiligt sich die Handwerker-Interessenvertretung an der politischen Diskussion über Wege aus der Bildungsarmut breiter Bevölkerungsschichten in Deutschland („Pisa“ und „Unterschicht“- Debatte). Um einen dauerhaften Verbleib bestimmter Bevölkerungsschichten in der Unterschicht zu vermeiden, sei die Vermittlung von grundlegenden Leistungsanforderungen in den Schulen wichtig. Gute Deutschkenntnisse sehen drei Viertel aller Handwerksmeister als sehr wichtig an. Zwei Drittel verlangen bereits eine frühe Bildung und Erziehung in Kindergärten und Grundschulen.

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