Härtere Bonitätsprüfungen
Kredite werden teurer

Viele deutsche Banken haben die Risiken auf dem US-Hypothekenmarkt unterschätzt. Die erste Welle der seit nunmehr einem Jahr andauernden Krise hat ihnen einen Verlust von rund 40 Mrd. Euro beschert – und nun rollt eine zweite Welle an. Denn die Auswirkungen der gigantischen Verluste der beiden US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac wird nicht auf die USA begrenzt bleiben.

BAD CAMBERG. US-Präsident George W. Bush hat gerade entschieden, beide Finanzierer zu verstaatlichen. Sie sind nicht mehr dazu in der Lage, die Hypotheken in ihren Büchern, die rund die Hälfte des US-Gesamtmarktes von 3,4 Billionen Dollar ausmachen, abzusichern.

Die Folgen für die Kreditkunden auch der europäischen Banken sind gravierend, denn sie müssen nun die Fehler ausbaden. Der stark rückläufige Immobilienmarkt vor allem in Spanien, Großbritannien, Irland und Portugal verstärkt den Druck auf die Finanzinstitute, bei der Darlehensvergabe an Schuldnern mit mittelmäßiger oder schlechter Bonität die Schraube kräftig anzudrehen. „In den vergangenen zwölf Monaten hat sich Baugeld in Deutschland um 0,8 Prozent deutlich verteuert“, beobachtet Ralf Schroeder, Gebietsleiter der Fiba-Immohyp-GmbH in Frankfurt am Main. Im gleichen Zeitraum ist der Leitzins lediglich um 0,25 Prozent gestiegen.

„Mit der zweiten Verlustwelle durch die Krise am US-Hypothekenmarkt, werden die Karten neu gemischt“, schätzt Experte Schroeder. Er geht daher davon aus, dass deutsche Eigenheimkäufer bald noch deutlichere Risikoaufschläge als heute zahlen müssen. „Es sei denn, sie verfügen über ein gutes Eigenkapitalpolster, um das Risiko der Bank abzudecken“, fügt er hinzu.

Auch im EU-Raum könnten viele Hypothekeninstitute in eine Schieflage geraten, glaubt Schroeder mit Blick auf die weitere Verschärfung der Risikosituation vieler Banken.

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