Indus
Aufsichtsratschef tritt zurück

Günter Kill, Aufsichtsratsvorsitzende der Mittelstandsholding Indus, tritt zurück. Die Gründe: familiäre Querelen. Der Aufsichtsrat stolperte über Verwicklungen in dem Rechtsstreit um seinen Bruder Winfried, der im Mai 2008 als unzurechnungsfähig erklärt wurde.
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HAMBURG. Günter Kill, der Aufsichtsratsvorsitzende der Mittelstandsholding Indus, ist zurückgetreten. Er war seit 1991 Aufsichtsrat und seit 2008 Aufsichtsratsvorsitzender. Das Unternehmen erklärte seinen Rücktritt am Donnerstag mit "persönlichen Gründen" Kills.

Tatsächlich waren es persönliche, ja quasi familiäre Probleme von Kill, die das Unternehmen in den vergangenen Monaten belasteten. Günter Kill ist der Bruder von Winfried Kill, dem Gründer der Indus AG. Winfried Kill geriet 2009 in die Schlagzeilen, weil er nach Darstellung seiner Familie und Ärzte seit Weihnachten 2007 wahrnehmungsgestört und geistig kaum noch aufnahmefähig war. Demnach war der Indus-Aufsichtsratschef spätestens ab Mai 2008 unzurechnungsfähig. Mit dieser Begründung versucht Kill derzeit Forderungen gegen ihn in zweistelliger Millionenhöhe abzuwenden. Winfried Kill blieb bis November 2008 im Amt. Nach eigener Darstellung hat er sein gesamtes Vermögen verspielt.

Günter Kill, geriet in den Strudel seines Bruders, weil er als dessen Vertreter falsche Angaben über die Eigentumsverhältnisse von Winfried Kill gemacht haben soll. Der Finanzinvestor Pentagon hat eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln gegen Günter Kill eingereicht. Sie lautet auf Betrug in besonders schwerem Fall. Angezeigt wurde auch der Rechtsanwalt und langjährige Berater der Familie Kill, Egon Schlütter, der ebenfalls im Indus-Aufsichtsrat ist. Nachfolger von Kill im Aufsichtsrat von Indus wird Burkhard Rosenfeld (68), ein ehemaliger Vorstand des Unternehmens.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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