Inkasso-Verband
Mehr Firmen gehen Pleite

Q-Cells, Schlecker und Neckermann: Insolvenzen bekannter Firmen machten in diesem Jahr Schlagzeilen. Auch insgesamt nimmt die Zahl der Firmenpleiten zu. Im nächsten Jahr könnten es noch deutlich mehr werden.
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BerlinDie Zahl der Insolvenzen deutscher Unternehmen könnte im Jahr 2013 um fast fünf Prozent steigen. Für das kommende Jahr rechne man mit 32.000 Firmenpleiten, teilte der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) am Donnerstag in Berlin mit. Bereits in diesem Jahr werde es rund 30.500 Insolvenzen von Unternehmen geben - etwa 400 mehr als im Vorjahr.

Ein Grund hierfür sei die nachlassende Konjunktur. „Die Situation insbesondere im Mittelstand ist immer mehr von Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung geprägt“, sagte BDIU-Präsident Wolfgang Spitz.

Die Höhe des Schadens durch Insolvenzen nehme in diesem Jahr sogar von 31,5 auf bis zu 55 Milliarden Euro zu. Als einen Grund hierfür nannte Spitz die Pleiten der Großunternehmen Schlecker, Neckermann und des Solaranbieters Q-Cells. Spitz sagte, dass die Schuldner seltener Rechnungen bezahlen würden. Allerdings gab nur ein knappes Viertel (24 Prozent) der 560 im BDIU organisierten Inkasso-Unternehmen in einer Umfrage an, dass die Zahlungsmoral im Vergleich zum Frühjahr nachgelassen habe.

Ein Problem des Mittelstandes sei die weiterhin mangelnde Rechnungstreue von Städten und Gemeinden. In der Umfrage sagten 99 Prozent der Unternehmen, dass sich die Zahlungsmoral der öffentlichen Hand nicht verbessert habe. „Darunter leiden nicht zuletzt das Handwerk und die lokale Wirtschaft vor Ort“, so Spitz. Eine Gefahr für den Handel seien betrügerische Bestellungen im Internet. Die Methoden im Netz würden immer raffinierter werden, um Rechnungen nicht zu bezahlen. „Das ist eine moderne Form der Zechprellerei“, stellte Spitz fest.

Der Inkasso-Verband rechnet außerdem mit über 100 000 privaten Insolvenzen von Verbrauchern in diesem Jahr. 2013 werde es sogar zu bis zu 120 000 Privatpleiten kommen, vermutet der BDIU. Rund sechs Millionen erwachsene Verbraucher in Deutschland seien heute verschuldet, etwa 3,4 Millionen Haushalte seien betroffen. Ihm mache Sorge, dass mittlerweile knapp eine Million Deutsche im Alter von 18 bis 24 Jahren Schulden hätten, sagte Spitz. Die Vize-Präsidentin des Verbandes, Marion Kremer, forderte deshalb: „Der Umgang mit Geld muss ein Schulfach werden.“

 
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Selber Schuld! Ein Staat der seiner arbeitenden Bevölkerung keine anständige Entlohnung mehr gönnt, von der sie angemessen Leben und konsumieren kann, darf sich dann auch nicht wundern wenn der Binnenmarkt vor die Hunde geht.
    Aber Politik und Wirtschaft schielen sowieso nur auf den Exportmarkt und da ist Deutschland ja immer noch spitze. Wen kümmert da, das Deutschland immer mehr verarmt?

  • komisch, andersrum jammert uns die EU die Ohren voll, das wir wirtschaftlich zu mächtig sind, das hier Löhne usw steigen müssen, damit Rest-Europa wettbewerbsfähig werden kann. Blabbelte sowas nicht erst noch der Rolli-Mafiosi?

    Wir werden hier doch nur noch verar.....
    Freuen wir uns auf das "4te" Reich, EUDSSR des Ehlends

  • Zu hohe Lohnkosten
    zu hohe Lohnnebenkosten
    zu hohe Steuern/Abgaben
    zu viel Bürokratie
    und sonstiger Unsinn gelangweilter Beamter (Frauenquote, IHK-Zwangsabgabe,...) sind die Gründe für die mangelnde internationale Konkurrenzfähgikeit!

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