Intralogistik
„Wer investiert, gewinnt Marktanteile“

Der weltweite Warenumschlag geht zurück. Trotzdem glaubt Hans-Peter Reisch, Logistik-Berater von Logo-Team, dass die Unternehmen die Krise für sich nutzen können. Im Handelsblatt-Interview verrät er, warum Unternehmen jetzt investieren sollten und warum nur die effektivsten Logistiker überleben werden.

Handelsblatt: Herr Reisch, können sich die Intralogistik-Unternehmen von der Wirtschaftskrise abkoppeln?

Reisch: Nein, die Branche ist genauso davon betroffen wie der gesamte Maschinenbau. Die Krise hat die Unternehmen mit voller Wucht erfasst. Man muss die Intralogistik allerdings splitten: Es gibt einerseits die Firmen, die Investitionsgüter in der Lager- und Fördertechnik herstellen, wie Hochregale und Gabelstapler. Das betrifft in der Regel Großinvestitionen: Ein modernes großes Hochregal kostet mehrere Mill. Euro. Für Finanzierungen in dieser Größenordnung geben die Banken derzeit nur sehr zögerlich Kredite. Dieser Bereich leidet daher. Anders sieht es aus bei der Optimierung von Arbeitsprozessen durch neue Technik.

Sie sprechen von Einsparungen durch höhere Effizienz. Was heißt das konkret?

Wenn ein Unternehmen beispielsweise ein konventionelles Materialfluss-System durch die Funktechnik RFID modernisiert, sind die Kosten vergleichsweise gering - und haben sich zudem oft schon nach einem Jahr amortisiert. Ein komplettes neues Lager braucht dafür mehrere Jahre. Doch dieses Geschäft bringt den meisten Umsatz. Während der gesamte RFID-Markt in Deutschland vielleicht auf einige Mio. Euro kommt, erlösen die Unternehmen allein durch den Verkauf von Flurförderzeugen und Lagertechnik mehrere Mrd. Euro.

Bedeutet das, dass sich mit Intralogistik-Technik derzeit kein Geld verdienen lässt?

Im Moment wahrscheinlich nicht, aber Marktanteile kann man gewinnen. Vernünftig wäre es, wenn sich die Unternehmen antizyklisch verhalten würden und jetzt investieren. Doch stattdessen handeln sie in der Regel genau entgegengesetzt. Wer jetzt in Werbung investieren und außerdem durch neue moderne System seine Produktivität steigern würde, könnte schnell Marktanteile gewinnen. Aber das Geld ist knapp: Im Vordergrund steht derzeit, erst einmal die laufenden Kosten zu finanzieren.

Wann rechnen Sie mit einer Kehrtwende?

Die Intralogistik-Branche erlebt eine Delle ähnlich wie der Maschinenbau. In diesem Jahr wird der Umsatz in Europa sicher um einige Prozent zurückgehen. Langfristig allerdings wird es wieder aufwärts gehen. Auf Dauer werden nur die produktivsten Arbeitsplätze in Deutschland überleben, daher haben die Unternehmen gar keine andere Wahl, als ihre Produktivität zu steigern. Der Bedarf an neuer Technik zur Verbesserung der Logistik wird also eher zunehmen.

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