Investitionslawine vor Winterolympiade
Dicke Geschäfte in Sotschi

Zwölf Milliarden US-Dollar für Sportanlagen, Straßen, Hotels und Kraftwerke: Die erfolgreiche Olympia-Bewerbung des russischen Schwarzmeerkurorts Sotschi wird eine Investitionslawine ins Rollen bringen. Auch deutsche Unternehmen können mitmischen – wenn sie schnell genug sind.

HB/bfai MOSKAU. Noch braucht es viel Phantasie, um das russische Sotschi in einem Atemzug mit den Nobel-Skiorten St. Moritz und Aspen zu nennen. Bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 werden in der Stadt aber mit riesigem Aufwand ehrgeizige Projekte aus dem Boden gestampft.

Dafür hat Sotschi Unterstützung von höchster Stelle. Präsident Wladimir Putin will seinen Lieblingsferienort am Schwarzen Meer zum Symbol des Wohlstands des Landes machen und den wiedererwachenden Nationalstolz weiter stärken.

Die erfolgreiche Bewerbung des Schwarzmeerkurorts Sotschi um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2014 wird eine Investitionslawine von 12 Mrd. US-Dollar ins Rollen bringen. Ungewöhnlich schnell für Russland - innerhalb von fünf Monaten - wurde zum Beispiel Anfang 2007 die Start- und Landebahn des örtlichen Flughafens modernisiert. Nun können auch große Jumbo südlich des Kaukasus aufsetzen. Bis Ende 2009 erhöht sich die Kapazität des Airports auf 1300 Passagiere pro Stunde.

Insgesamt 313,8 Mrd. Rubel (rund 9 Mrd. Euro) sind geplant, um Sotschi zum mondänen Wintersportort umzugestalten. Davon steuert Moskau aus dem Staatshaushalt 185,8 Mrd. Rubel bei. 9,2 Mrd. Rubel kommen aus regionalen Budgets des Krasnodarskij Kraj und der Stadt Sotschi. Weitere 118,8 Mrd. Rubel wollen Privatinvestoren in das Olympiaprojekt stecken.



Davon können auch deutsche Unternehmen profitieren, wenn sie sich rechtzeitig um Geschäfte bemühen. Erste Aufträge für Planungsarbeiten wurden bereits vergeben. Für die Projektierungsarbeiten an den Sportanlagen sind die Ausschreibungen laut Wirtschaftsminister German Gref bereits gelaufen. Bis Jahresende 2007 sollen auch die Projektbüros für die Infrastrukturbauten ausgewählt sein. In einer Vorprojektphase befindet sich der Bau einer Straße zwischen Sotschi und dem in den Bergen gelegenen Skigebiet Krasnaja Poljana.

Der Gouverneur der Region Krasnodar, Alexander Tkatschew, hat bereits angekündigt, dass Russlands Wirtschaft die gewaltigen Bauvorhaben nicht allein bewältigen könne und daher auf ausländische Experten und Zulieferer angewiesen sei.

Zur Koordinierung des Olympiaprojekts und der Entwicklung Sotschis bis 2014 wurde die so genannte "Vereinigte Direktion zur Entwicklung der Stadt Sotschi" geschaffen. Dieses staatliche Unternehmen mit Sitz in Sotschi soll bis Anfang September 2007 alle dafür nötigen Vollmachten vom Wirtschaftsministerium übertragen bekommen und als Auftraggeber für die Bauprojekte fungieren. Es wird auch für die Qualitätskontrolle der Bauarbeiten zuständig sein.

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