IT-Mittelstandsindex
IT-Ausgaben widerstandsfähiger als wirtschaftliche Lage

Im November setzte sich die wirtschaftliche Abwärtsentwicklung der deutschen mittelgroßen Unternehmen fort. Erstmals seit dem Start des IT-Mittelstandsindex im Frühjahr 2003 waren sowohl die wirtschaftliche Lage als auch die ökonomischen Perspektiven überwiegend negativ. Relativ stabil zeigte sich dagegen die Ausgabenneigung hinsichtlich Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK).

KASSEL. Nachdem sich im Vormonat die wirtschaftlichen Aussichten bereits deutlich eingetrübt hatten, befand sich im November tatsächlich die wirtschaftliche Entwicklung im Minus. Gegenüber dem Vormonat ließ der Index der realisierten Umsätze deutlich um 13 auf nur noch 95 Punkte nach. Demnach überwogen nunmehr die Unternehmen mit gefallenen Umsätzen. Nicht ganz so stark verschlechterten sich die wirtschaftlichen Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate, aber die Pessimisten haben sich durchgesetzt und befinden sich jetzt in der Mehrheit. Der entsprechende Erwartungs-Index fiel um sechs auf nur noch 97 Punkte.

Mehr noch als der Monatsvergleich unterstreicht der Jahresvergleich die Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung. Der Index der realisierten Umsätze ging gegenüber November 2007 deutlich um 28 Punkte zurück. Fast genauso stark trübten sich die ökonomischen Aussichten ein: Der entsprechende Indikator fiel um 26 Zähler.

Die negative wirtschaftliche Gesamtentwicklung hat die Branchen sehr unterschiedlich getroffen; die Gewinner unterscheiden sich deutlich von den Verlierern. Während die Versorger und vor allem der Finanzsektor überwiegend eine positive Einnahmen-Entwicklung verbuchen konnten, überwogen in den übrigen gewerblichen Branchen die Firmen mit einer rückläufigen Umsatzentwicklung. Besonders betroffen waren hierbei Dienstleister und die Industrie.

Mit Blick auf die kommenden drei Monate zeichnet sich die gleiche Zweiteilung ab. Überwiegend Optimismus melden die Finanzdienstleister sowie besonders der Versorgungssektor, der aufgrund des Winterbeginns und steigenden Energiebedarfs mit wachsenden Einnahmen rechnen kann. Die Zuversicht des Finanzgewerbes deutet darauf hin, dass staatlicher Rettungsschirm und Leitzinssenkung als belebende Maßnahmen gewertet werden. Dagegen sind in den übrigen gewerblichen Branchen, besonders im Handel und der Industrie, die Pessimisten erkennbar in der Überzahl.

Im Vergleich zur wirtschaftlichen Situation sind die IT-/TK-Ausgaben erfreulich stabil. So nahm der Index der realisierten Ausgaben gegenüber dem Vormonat nur um einen auf 104 Zähler ab. Das bedeutet, die Unternehmen mit gestiegenen Ausgaben übertrafen die Firmen mit gesunkenen Investitionen etwas weniger als im Vormonat – aber der Markt war noch im Plus. Die Ausgabenplanungen hellten sich sogar wieder etwas auf: Der Erwartungsindex nahm um drei auf 111 Zähler zu. Die Investitionsbereitschaft ist demnach den Umständen entsprechend immer noch relativ gut. Auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten wirken sich offenbar die Effizienzeffekte der IT/TK nachfragestabilisierend.

Trotzdem ist der längerfristige Trend fallend. Im Vergleich zum Vorjahr ließen sowohl die Investitionsneigung als auch die Ausgabenplanungen in etwa gleichem Maße erkennbar nach. Gegenüber dem November 2007 sank die Ausgabenbereitschaft um elf, die Investitionsplanungen um zwölf Punkte.

Im Finanzgewerbe und der Industrie waren die IT-/TK-Ausgaben überwiegend rückläufig. Die Unternehmen der übrigen Wirtschaftszweige konnten mehrheitlich ein Ausgaben-Wachstum vorweisen, allen voran die Versorger und der Non-Profit-Bereich. Auch die Dienstleistungs-Branche lag etwas über dem Durchschnitt.

Hinsichtlich der kommenden drei Monate kündigen - bis auf den Handel - alle Branchen überwiegend wachsende Ausgaben an. Als Treiber des Marktes kristallisieren sich die Versorger und vor allem die Finanzdienstleister heraus. Im Durchschnitt bewegen sich die Dienstleister; unter dem Durchschnitt der Non-Profit-Sektor und die Industrie.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu Siemens Computers und Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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