IT-Mittelstandsindex Mai 2009
IT- TK-Nachfrage verbessert sich langsam

Im Mai konnte die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen mittelgroßen Unternehmen trotz Verbesserungen noch nicht wieder auf den Wachstumskurs zurückkehren. Die Erwartung, dass dies in den kommenden Monaten der Fall sein wird, überwiegt zwar weiterhin, aber nicht mehr so deutlich wie im Vormonat. Andererseits hat sich die Dynamik der Nachfrage nach Informations- und Kommunikationstechnologie (IT/TK) verbessert und auch die Ausgabenplanungen sind weiter positiv.

KASSEL. Im Mai schwächte sich die wirtschaftliche Entwicklung der mittelständischen Unternehmen in Deutschland nicht mehr ganz so stark wie im Vormonat ab. Gegenüber April stieg der Index der realisierten Umsätze um drei auf 96 Punkte. Damit überwogen jedoch weiterhin die Unternehmen mit gesunkenen Umsätzen. Es besteht weiter die Hoffnung, dass die gegenwärtige Schwächephase eine vorübergehende Delle auf dem Wege zur Erholung ist, denn der Optimismus hält sich weiter, wenngleich nicht mehr so stark wie im Vormonat: Der Index der wirtschaftlichen Perspektiven hinsichtlich der kommenden drei Monate sank um sieben auf 102 Zähler, womit sich die Optimisten noch weiter durchsetzen können.

Die wirtschaftliche Dynamik befindet sich weiter auf einem geringen Niveau, was die Gegenüberstellung mit der Situation vor einem Jahr offenbart. Im Vergleich zum Vorjahresmonat beträgt der Lageindex heute elf Punkte weniger. Noch etwas schwächer ist die Entwicklung hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten. Sie weisen 15 Zähler weniger auf als noch vor zwölf Monaten.

Der ökonomische Verlauf in den Branchen ist recht gespalten. Eine Gruppe konnte einen recht guten Mai verbuchen, die andere musste teilweise stark verbreitete Rückgänge hinnehmen. Die Industrie ist am stärksten von der konjunkturellen Schwäche betroffen. Deutlich negativ ist auch die Situation bei den Versorgern, die aber lediglich saisonal bedingt ist. Leicht überwiegen die Umsatzrückgänge beim Handel. Dagegen konnten die Dienstleister sowie vor allem das Kredit- und Versicherungsgewerbe überwiegend gewachsene Einnahmen verbuchen.

Ähnlich ist das Bild mit Blick auf die kommenden drei Monate. Die Industrie ist überwiegend pessimistisch, allerdings werden die Perspektiven deutlich besser als die Lage beurteilt. Am schwärzesten sehen die Versorgungsunternehmen, denen saisonbedingt eine rückläufige Nachfrage bevorsteht. Knapp setzen sich die Pessimisten im Handel durch. Auf der anderen Seite ist die Finanzbranche äußerst zuversichtlich, was ihre wirtschaftliche Entwicklung der kommenden drei Monate betrifft. Auch im Dienstleistungsgewerbe können sich die Optimisten durchsetzen, wenn auch nicht ganz so deutlich wie im Finanzwesen.

Analog zur wirtschaftlichen Lage verbesserte sich auch etwas die Neigung zu IT-/TK-Ausgaben. Der Index der realisierten Ausgaben wuchs gegenüber dem Vormonat um vier auf 106 Zähler, womit sich die Unternehmen mit gewachsenen Hightech-Ausgaben stärker als im Vormonat durchsetzen konnten. In ihren Planungen gehen die Mittelständler von einer weiterhin expansiven Investitionsneigung aus: Der Index der Ausgabenplanungen ging nur marginal um einen auf 108 Punkte zurück.

Der Vergleich zum Vorjahr zeigt eine gespaltene Entwicklung: So hat die aktuelle Marktlage fast wieder das Niveau vor einem Jahr erreicht. Gegenüber dem Mai 2008 liegt der Ausgabenindex heute nur vier Punkte niedriger. Dagegen sind die Aussichten auf steigende Ausgaben erkennbar zurückhaltender als vor zwölf Monaten (minus elf Punkte).

Bis auf die Industrie (hier dominierten sinkende Etats) tätigten alle Wirtschaftszweige überwiegend wachsende IT-/TK-Ausgaben. Treiber der Nachfrage war eine recht homogene Gruppe von Finanzbranche, Non-Profit-Sektor und Versorgern. Dienstleister und Handel bewegten sich im Gesamtschnitt.

Mit Blick auf die kommenden drei Monate kündigen alle Branchen – mit Ausnahme des Handels (mehrheitlich rückläufige Investitionen) – überwiegend steigende Hightech-Ausgaben an. Als Vorreiter profilieren sich dabei die Versorger sowie insbesondere das Finanzgewerbe. Die Investitionsneigung der übrigen Wirtschaftszweige – Dienstleister, Non-Profit und Industrie – liegt beim Mittelwert.

Hintergrund zum IT-Mittelstandsindex

Die mittelständischen Unternehmen tragen über 40 Prozent zu den Ausgaben und Investitionen hinsichtlich Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu und Techconsult den IT-Mittelstandsindex. In einer monatlichen Befragung werden Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen eingefangen.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (Unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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