Kanada
Warten auf den Ahornsirup

Deutschland ist der größte europäische Abnehmer von Ahornsirup. Temperaturen unter Null verhindern aber bisher, dass der süße Saft gewonnen werden kann. Die kanadischen Farmer beschwichtigen.
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OttawaDer extrem lange und kalte Winter stellt Ahornsirup-Erzeuger in Kanada und Freunde des süßen Safts auf eine Geduldsprobe. Die frostigen Temperaturen verhindern, dass der Ahornsaft in den Bäumen aufsteigt und abgezapft werden kann. Die relativ milden Winter der vergangenen Jahre brachten eine frühere Ernte, aber die Ahornsirup-Farmer beschwichtigen: „Dies ist ein Winter wie in den guten alten Zeiten und wir werden noch eine hervorragende Ernte haben.“

Ray Bonenberg geht jeden Tag in seinen Ahornwald, um die Ernte vorzubereiten. Die Zapfhähne, aus denen der Ahornsaft fließen wird, müssen noch in die Bäume gebohrt werden. „Wir hatten einige Jahre, in denen es früher wärmer wurde und wir früher ernten konnten“, erzählt Bonenberg, Präsident der Ahornsirup-Erzeuger der kanadischen Provinz Ontario. „Dieses Jahr ist so, wie es traditionell war. Die Bäume lieben Kälte. Ich erwarte eine gute Ernte und einen sehr geschmackvollen Ahornsirup. Wir wissen, wenn der Boden gut gefroren ist, wird der Saft süßer.“

In Ost-Ontario, Quebec und in den Atlantikprovinzen, wo Ahornsirup gewonnen wird, ist es in weiten Landstrichen noch bitterkalt. In Ottawa, Hauptstadt des Landes mit der roten Ahornblattfahne, liegen die Tageshöchsttemperaturen weiter nahe am Gefrierpunkt. Die Ahornbauern im Tal des Ottawa-Flusses müssen sich gedulden. „Alles ist vorbereitet, aber wir müssen geduldig sein“, sagt Shirley Deugo von Fulton´s Pancake House and Sugarbush, die ihre Farm 50 Kilometer westlich von Ottawa hat. „Ein langer Winterschlaf ist gut für die Bäume“, meint Shirley Deugo, „aber jetzt hoffen wir, dass die Wälder bald erwachen.“

In den Ahornwäldern liegt noch Schnee. Das mögen die Farmer, denn der Schnee hält den Boden feucht. Aber die Temperaturen spielen bisher nicht mit: Nur wenn es in der Nacht noch friert, tagsüber die Temperaturen aber über den Nullpunkt klettern, steigt der zuckerhaltige Saft aus den Wurzeln in den äußeren Schichten des Holzes nach oben und kann abgezapft werden.

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