KfW-Gründungsmonitor
Wirtschaftsaufschwung verhindert Gang in die Selbständigkeit

Immer weniger Menschen in Deutschland wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Grund ist der konjunkturelle Aufschwung. Was sich widersprüchlich anhört, ist einfach erklärt.

HB FRANKFURT. Nach einer Studie der KfW-Bankengruppe sank 2006 die Zahl derer, die ein Unternehmen gründeten oder übernahmen, auf 1,1 Millionen. Ein Jahr zuvor waren es noch 1,3 Millionen aus der Gruppe der 18- bis 64-Jährigen. Das sei die niedrigste Gründerzahl seit Beginn der repräsentativen Umfrage im Jahr 2000, teilte die KfW bei der Vorstellung ihres „Gründungsmonitors“ am Mittwoch in Frankfurt mit. Für die Studie wurden im vergangenen Jahr 40 000 Menschen in Deutschland befragt.

„Es gibt aber Hoffnung auf eine Trendwende im laufenden Jahr: Die Zahl der Gründungsplanungen ist außergewöhnlich hoch. Der stabile Aufschwung könnte dazu führen, dass im Jahr 2007 bedeutend mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen“, sagte KfW- Vorstandschefin Ingrid Matthäus-Maier.

Eine Ursache für den erneuten Rückgang 2006 ist nach Einschätzung der KfW der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland: Die Zahl der Arbeitslosen sank ebenso wie die Zahl der Erwerbslosen, die sich selbstständig machten. Viele Menschen zögen eine Arbeit als Angestellter der Selbstständigkeit vor und nutzen die inzwischen verbesserte Lage auf dem Arbeitsmarkt in diesem Sinne.

Brutto wurden durch Neugründungen im Jahr 2006 mehr als 500 000 Vollzeitstellen geschaffen. Das waren gut 300 000 weniger als ein Jahr zuvor. Der Trend zu kleineren Gründungsprojekten setzte sich fort. 60 Prozent der Firmengründer waren Männer, 40 Prozent Frauen. Gut drei Viertel der Neu-Unternehmer waren zwei Jahre nach dem Start noch im Geschäft. Die KfW Mittelstandsbank vergab im vergangenen Jahr an Gründer etwa 15 000 Kredite mit einem Volumen von knapp 2,2 Mrd. Euro.

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