Konsumgütermarkt
Inder gönnen sich was

Indien, der weltweit fünftgrößte Konsumgütermarkt vor Ländern wie Italien und Deutschland? Die Chance, dass der Subkontinent von seinem derzeitigen zwölften Rang in die „erste Liga“ aufrückt, sind, wenn die gesamtwirtschaftliche Konjunktur bis zum Zieljahr 2025 ihre Dynamik behält, gut.

bfai NEU DELHI. Erster Motor der Entwicklung ist das steigende Haushaltseinkommen. Das Bevölkerungswachstum unterstützt, spielt aber keine Hauptrolle. Im Warenkorb gewinnen die Nicht-Grundgüter an Gewicht. Der Unterschied zwischen urbanen und ländlichen Märkten bleibt groß.

Die Konsumausgaben werden sich von 2005 bis 2025 real mehr als vervierfachen und 2015 auf 34,0 Bill. indische Rupien (iR; rund 623 Mrd. Euro, 1 Euro = 54,6 iR) und auf 70,0 Bill. iR im Schlussjahr der Periode ansteigen. Damit würde der Subkontinent, so eine Prognose in "The Bird of Gold: The Rise of India's Consumer Market" von McKinsey&Company, im Weltmaßstab auf den fünften Platz vorrücken und auf dem Weg dahin schon 2015 Italien und Deutschland 2025 hinter sich lassen. 2005/06 hatte der Wert bei knapp 17,0 Bill. iR gelegen. Das ehrgeizige Ziel für 2025 wird sich nur auf der Basis eines robusten gesamtwirtschaftlichen Wachstums verwirklichen lassen.

Der Report geht von einer realen jährlichen Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes bis 2015 von immerhin 7,3 Prozent aus. Auf der Grundlage wird fast eine Verdreifachung des durchschnittlichen, verfügbaren Haushaltseinkommens von 113.744 iR auf 318.896 iR, entsprechend einer jährlichen Wachstumsrate von 5,3 Prozent, für möglich gehalten. In den städtischen Regionen soll die mittlere Steigerung 5,8 Prozent und in den ländlichen Gebieten 3,6 Prozent betragen. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen würde für 2025 auf bescheidene 48.632 iR zunehmen.

Die erwartete Konsumsteigerung wird in erster Linie, so die McKinsey-Studie, auf der Erhöhung der Einkommen beruhen. Sie soll für 80 Prozent des Verbrauchswachstums verantwortlich sein. Weitere 16 Prozent werden der Zunahme der Bevölkerung und nur 4 Prozent Veränderungen in der Sparrate zugerechnet. Träger des Konsums wird die sich primär in den urbanen Zonen entwickelnde Mittelklasse sein, die sich aus den "Seekers" mit einem Jahreseinkommen zwischen 200 000 und 500 000 iR pro Haushalt sowie den "Strivers" mit 500 000 bis 1 Mio. iR zusammensetzt. Verläuft die Entwicklung, wie in der Studie angenommen, wird der Anteil der zwei Gruppen an der Landesbevölkerung bis 2025 auf 41 Prozent - von 5 Prozent in 2005 - steigen.

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