LfA-Chef Schmitt: Hausbanken sollen Programme offensiver anbieten
Förderbanken schauen mehr auf Risiken

Die Mittelständler in Deutschland müssen sich darauf einstellen, dass die öffentlichrechtlichen Förderbanken in Zukunft genauer hinsehen, was mit ihren Mitteln geschieht.

FRANKFURT/M. „Die Förderdarlehen werden in Zukunft stärker die Risikosituation der Kunden widerspiegeln. Tendenziell wird dies bei Kunden mit schlechter Bonität zu einer Verteuerung der Finanzierung führen“, sagt Rudolf W. Schmitt, Vorstandsvorsitzender der LfA Förderbank Bayern.

Damit in den kommenden Jahren mehr Mittelständler als heute erreicht werden, müssten attraktivere Margen für die Hausbanken bei der so genannten Durchleitung der Förderkredite ermöglicht werden. „Viele Banken sagen uns heute, ein Prozentpunkt Marge reicht nicht aus, um die Kosten zu decken. Deshalb werden derzeit zusätzliche Aufschläge von bis zu 50 Basispunkten zugelassen, wenn die Risikolage des Kunden dies erforderlich macht“, erläutert der LfA-Chef.

Die Zinsgestaltung zwischen den deutschlandweit 23 Förderinstituten und den durchleitenden Banken vor Ort – zu rund 90 Prozent Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Landesbanken – ist ein sensibler Punkt in der Branche. Viele Kundenberater halten die staatlichen Förderprogramme unter dem Tresen, weil den Kreditinstituten der Aufwand zu groß erscheint und sie an ihren Hausprodukten mehr verdienen. „Die Banken halten Fördermittel oft zurück und bieten zuerst ihre eigenen Produkte an. Unserer Meinung nach sollten die Kreditinstitute dazu übergehen, verstärkt einen Finanzierungsmix aus beiden Elementen anzubieten“, lautet der Appell von Schmitt, der gleichzeitig Vizepräsident des öffentlichen Bankenverbandes VÖB ist.

Hintergrund der Forderung sind die neuen Eigenkapitalregeln für die Banken unter dem Stichwort „Basel II“. Danach müssen die Unternehmer mehr Daten offen legen als bisher, um ein gutes Rating durch die Kreditinstitute zu erhalten. Schmitt sieht aber auch umgekehrt die Banken in der Pflicht, transparenter gegenüber den Kunden zu werden.

Im Gegensatz zu den privaten Geschäftsbanken orientieren sich die Förderbanken nicht an der Gewinnmaximierung, sondern an der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Stärkung der regionalen Wirtschaftsstruktur. Im Geschäftsjahr 2003 erreichten die so genannten Neubewilligungen in der Wirtschaftsförderung ein Volumen von 22 Mrd. Euro. Davon entfiel der Löwenanteil auf die mehrheitlich dem Bund gehörende KfW Bankengruppe. „Die KfW, mit der wir sehr gut zusammenarbeiten, beherrscht den Markt mit ihren Programmen. Die Gefahr ist groß, dass der Bund mit dem goldenen Zügel winkt und übermächtig wird“, warnt der überzeugte Föderalist Schmitt.

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