Logistik und lndustrie-Ausbau
Jemen setzt auf Containerhafen

Jemen profitiert derzeit wie andere erdölexportierende Länder von den hohen Weltmarktpreisen für Kohlenwasserstoffe. Doch auch andere Projekte werden vorangetrieben. Große Hoffnung setzt das Land auf die Entwicklung des Containerhafens in Aden und die angegliederte Freizone.

bfai KÖLN. Das Investitionsgeschehen in Jemen wird derzeit von den Vorbereitungen zur Ausbeutung der Erdgasvorkommen bestimmt. Im Sommer 2005 wurden drei umfangreiche Vereinbarungen über den Export von Flüssiggas (LNG) mit den französischen Unternehmen Total und Tractebel sowie der Korea Gas Corp. (Kogas) geschlossen. Der Bau der Förderanlagen, Pipelines, Verflüssigungsanlagen hat begonnen. In Bal Haf nahe der südjemenitischen Stadt Mukalla entsteht ein LNG-Verladehafen. Der Export soll 2008 starten.

Die gestiegenen Ölpreise verringern wegen des damit wieder höheren Zuschussbedarfs indes das Einsparpotenzial der Subventionskürzungen, die zudem die Inflationsrate 2005 auf 11,8% haben ansteigen lassen. Weitere Einnahmeverluste wird die Reduzierung zahlreicher Zollsätze zur Folge haben, mit der Jemen den Zolltarif stärker an jenen der GCC-Staaten anpasst.

Große Hoffnung setzt Jemen auf die Entwicklung des Containerhafens in Aden und die angegliederte Freizone. Der Hafen wird in Zukunft durch die Gesellschaft Dubai Ports International (DP World) verwaltet. Die Konzession ist auf 30 Jahre angelegt. DP World plant, in den kommenden fünf Jahren rund 370 Mill. US$ in die Modernisierung und Erweiterung des Hafens zu investieren. Die Kapazität soll in einer ersten Phase bis 2008 auf 1,7 Mill. TEU (Twenty foot equivalent unit) jährlich und schließlich auf 3,5 Mill. TEU ausgebaut werden.

Zusammen mit der Aden Free Zone ist der Aufbau einer "Industrial Free Zone" geplant. Gedacht ist an Schiffsreparaturwerften und die Ansiedlung petrochemischer Betriebe in unmittelbarer Nachbarschaft der vorhandenen Raffinerie. Auf dem Areal der Aden Free Zone soll als Ergänzung zum Hafen ein Luftfrachtzentrum entstehen. Diese Logistikdrehscheibe könnte der Ansiedlung von Industriebetrieben neuen Schwung verleihen.

Neben Erdöl und LNG hofft Jemen, in Zukunft auch andere Bodenschätze exportieren zu können. In verschiedenen Regionen des Landes wurden in den letzten zehn Jahren Erzvorkommen nachgewiesen, die Kupfer, Nickel, Zink, Blei, Silber und Gold enthalten. Im Oktober 2005 erhielt ein Joint Venture unter Führung von ZincOx aus Großbritannien eine Lizenz zum Abbau von Zink-, Blei- und Silbervorkommen in der Jabali-Region 110 km östlich von Sana'a. Ende 2006 soll mit den Bauarbeiten an der Tagebaumine begonnen werden, der Produktionsbeginn ist für das 2. Halbjahr 2008 vorgesehen.

Der Fremdenverkehr bekam 2005 neuen Schub. Nach Angaben des jemenitischen Tourismusministeriums stiegen die Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 284.221. Damit fanden 41% mehr Touristen als noch 2002 den Weg in das südarabische Land und trugen 262 Millionen US-Dollar zur jemenitischen Wirtschaftsleistung bei. Die Zahl der touristischen Einrichtungen hat sich dem Ministerium zufolge von 768 im Jahr 1991 bis 2005 auf 2.890 erhöht. Weitere Investitionen in Hotels, Ferienzentren, Naturparks und Kureinrichtungen sind geplant.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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