Markt für Luxusgüter wächst stark
Chinesen entdecken Schickimicki

Bis 2015 soll sich China zum weltgrößten Markt für Luxusgüter entwickeln. Bereits heute steht das Land hinter Japan und den USA auf dem dritten Rang. Bei immer mehr Chinesen ist gefragt, was teuer und imageträchtig ist. Auch "Made in Germany" ist angesagt. Doch wer bei den Geschäften mitmischen will, muss gleich mehrere Dinge beachten.

HB SHANGHAI. In China steigt die Nachfrage nach Markenprodukten. Der Fokus liegt auf den Metropolen der Ostküste, aber auch in weniger bekannten Städten mit starker Privatwirtschaft bildet sich eine interessante Klientel. Hier liegen Potenziale für hochwertige Waren "Made in Germany". Doch Qualität allein genügt nicht. Entscheidend sind Image und die Schaffung eines Markenbewusstseins.

"Reich werden ist glorreich." Für viele Chinesen ist die Devise, welche der legendäre Wirtschaftsreformer Deng Xiaoping zu Beginn der Öffnungspolitik ausgegeben hatte, inzwischen Realität geworden. Vierzehn Dollarmilliardäre gab es 2006 in der Volksrepublik. Laut "Hurun-Report" haben rund 50.000 Festlandschinesen ein Vermögen von mindestens 10 Mill. US$ angehäuft, über mehr als 100 Mill. US$ verfügen zwischen 100 und 200 Personen. Angeführt wird die Liste der Superreichen laut "Forbes" von Zhang Yin, der Vorsitzenden von Nine Dragons Paper, mit geschätzten 2,4 Mrd. US$. Weltweit steht sie damit zwar erst an 390. Stelle - doch die chinesischen Superreichen rücken Jahr für Jahr weiter an die Spitze vor.

Nach einer Untersuchung der US-Beratungsgesellschaft KPMG steht die VR China mit einem Anteil von 12% des Weltabsatzes gegenwärtig als Markt für Luxuswaren auf dem dritten Rang. Mit einem Verkaufsvolumen von über 11,5 Mrd. US$ soll sie 2015 die Spitze erreichen, so ein Bericht der "China Daily". Andere Studien weisen in die gleiche Richtung. Auch nach einer Untersuchung der US-Investmentgesellschaft Goldman Sachs soll das Land bis 2015 mit Japan gleichziehen - bei 100 Mill. potenziellen Käufern.

An dieser Entwicklung dürften auch die verschiedenen Luxussteuern wenig ändern, welche das Land sukzessive einführt, wie zum 1.4.2006 eine 10%ige Verkaufsteuer auf Jachten oder Golfbälle sowie eine 20%ige Verkaufsteuer auf Luxusuhren. Die wirklichen Reichen interessieren sich nicht für solche Aufschläge.

Der Reichtum konzentriert sich dabei nicht mehr auf die bekannten Großstädte wie Shanghai, Beijing und Guangdong. So fand beispielsweise ein 2006 auf einer Automobilmesse im nordchinesischen Harbin präsentierter Maybach vor Ort für umgerechnet 1 Mill. Euro einen Käufer.

Bisher konzentrierten sich die Marketingstrategen der teureren Label auf die Metropolen Shanghai und Beijing. Hier können die Kunden unter vielen Weltmarken auswählen. Der Wettbewerb ist entsprechend hart. Nun entdecken die Anbieter die Städte des Hinterlandes.

Hier hat sich inzwischen eine kaufkräftige Kundenschicht gebildet, während die Mieten und Gehaltskosten noch deutlich preiswerter und das Angebot vor Ort weniger kompetitiv ist. Der Herrenausstatter Hugo Boss beispielsweise plant bis Ende 2008 die Zahl seiner Outlets auf 100 zu erhöhen. Neben Beijing und Shanghai ist die deutsche Modemarke über Franchiseläden in über 40 Städten präsent.

Seite 1:

Chinesen entdecken Schickimicki

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%