Martin Kannegiesser
Erfolgreich alle Krisen gemeistert

Martin Kannegiesser ist der Öffentlichkeit vor allem als Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall bekannt. Als Unternehmer hat er die eigene Firma erfolgreich durch mehrere Branchenkrisen geführt.
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• Martin Kannegiesser wird am 10. November 1941 in Posen geboren. Nach dem Krieg flüchtete die Familie und landet schließlich in Ostwestfalen. 1961 macht Kannegiesser sein Abitur in Bad Oeynhausen bevor er von 1961 bis 1965 erfolgreich Betriebs- und Volkswirtschaftslehre an der Universität Köln studiert.

• Nachdem Kannegiesser bereits in seiner Studienzeit regelmäßig in der Maschinenfabrik seiner Eltern mitgearbeitet hat, tritt er im Januar 1966 als Vertriebsleiter ins Unternehmen ein. Er baut neue Produktprogramme auf, verbreitert die Vertriebsbasis und baut das Exportgeschäft aus.

• Nach der Erkrankung seines Vaters übernimmt Martin Kannegiesser 1970 die Geschäftsführung des Betriebs. Als der Vater vier Jahre später verstirbt, übernimmt er mit 95 Prozent der Anteile auch als Inhaber die Verantwortung und setzt die Verbreiterung des Produktprogramms fort.

• Mit dem dramatischen Strukturwandel in der Textilindustrie entscheidet sich Kannegiesser dafür, sein Unternehmen grundlegend neu aufzustellen. Er konzentriert sich auf das Geschäft mit Wäschereitechnik, verkauft Unternehmensteile und erwirbt neue Fachfirmen in den Jahren zwischen 1996 bis 2005 hinzu.

• Martin Kannegiesser engagiert sich nicht nur als Unternehmer. Von 1974 an wird er in der CDU-Mittelstandsvereinigung aktiv - erst in Herford, dann als Bezirksvorsitzender Ostwestfalen-Lippe, schließlich als stellvertretender Landesvorsitzender NRW und als Mitglied des Bundesvorstandes. Von 1992 an übernimmt Kannegiesser keine parteipolitischen Ämter mehr.

• Fast zeitgleich mit seiner parteipolitischen Tätigkeit wird Kannegiesser auch für Arbeitgeberverbände aktiv. 1975 wird er Vorsitzender der Metallarbeitgeber im Kreis Herford und damit Vorstandsmitglied von Metall NRW. Im Laufe der Jahre übernimmt er weitere Aufgaben, wird Verhandlungsführer und Präsident von Metall NRW und schließlich im September 2000 Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.

• Als Verhandlungsführer in Tarifgesprächen kann Kannegiesser mehrere wichtige tarifpolitische Entscheidungen mit herbeiführen. So wehrt er etwa 2003 die Forderung der Gewerkschaften nach einer tariflichen 35-Stunden-Woche in den neuen Bundesländer ab - und lässt sich dabei auch nicht von einem Arbeitskampf beeindrucken. Auf der anderen Seite gelingt unter seiner Ägide ein Jahr zuvor der Abschluss des Entgeltrahmenabkommens (ERA) mit der IG Metall, sowie die Modernisierung des Flächentarifes durch mehr betriebliche Gestaltungsspielräume – ohne den Ordnungsrahmen der Tarifautonomie zu verlassen. Er vereinbart mit der IGM ein Altersvorsorgesystem – die „MetallRente“, inzwischen das größte in Europa.

•Martin Kannegiesser wird 1990 für seine Verdienste um die berufliche Aus- und Weiterbildung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. 2010 wird ihm das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

 

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