Maschinenexport
Europa füllt die Auftragsbücher

Die Nachfrage nach deutschen Maschinen ist weltweit ungebrochen, am größten sind die Zuwächse aus Osteuropa. Viele Hersteller produzieren bereits an ihren Kapazitätsgrenzen. Doch der Wachstumstrend könnte bald wieder abflauen,

BREMEN. Die Auftragsbücher deutscher Werkzeugmaschinenhersteller sind bestens gefüllt: Im vergangenen Jahr hat die Branche zum vierten Mal in Folge den eigenen Vorjahresrekord übertroffen. Mit einem Zuwachs von 16 Prozent erreichte die Produktion 2007 ein Volumen von mehr als 12,5 Mrd. Euro. Und die Zahl der Bestellungen stieg sogar um 31 Prozent. "Eine große Chance zur strategischen Ausrichtung im internationalen Wettbewerb", urteilt Christian Brecher vom Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen. "Und derzeit gibt es noch keine Anzeichen für einen Abschwung."

Doch im Gegensatz zu früheren Jahren, als die asiatischen Wachstumsmärkte für gute Geschäfte sorgten, boomt die Branche jetzt vor allem dank des Nachfrageschubs in Europa. Dieser Markt wuchs 2007 mit 20 Prozent weltweit am stärksten. Allein in Deutschland stiegen die Aufträge um 42 Prozent und damit fast doppelt so stark wie im Ausland. Brecher führt das in erster Linie auf die starke Konjunktur zurück: Die werde von technisch anspruchsvollen Branchen voran getrieben - wo man nach deutschen Präzisionsmaschinen verlange.

Branchenexperte Uwe Berkermann von der IKB Deutsche Industriebank nennt die Investitionszyklen bei den Hauptabnehmern des Werkzeugmaschinenbaus als weitere Ursache für den Boom: "Die Automobilindustrie und die erdölexplorierenden Unternehmen haben erst jetzt wieder stärker in den Maschinenbau investiert."

Beim deutschen Marktführer für Automatisierungstechnik Festo AG in Esslingen bestätigt man den Europa-Trend: "Gerade in den letzten Jahren kamen die größten Umsatzzuwächse aus Europa, insbesondere aus den osteuropäischen Staaten", sagt Vorstandssprecher Eberhard Veit. "Dabei setzen unsere Kunden immer stärker auch auf Automatisierungssysteme."

Gerade am Heimatstandort Deutschland, wo die Festo AG die Standorte Esslingen-Berkheim, Ostfildern sowie St. Ingbert-Rohrbach im Saarland unterhält, legte der Spezialist zu: Bei einem Wachstum von über acht Prozent und einem weltweiten Umsatz von 1,6 Mrd. Euro im Jahr 2007 wuchs die Festo-Unternehmensgruppe in Deutschland, wo rund ein Drittel des Umsatzes erwirtschaftet wird, mit elf Prozent überdurchschnittlich. Festo investiert 7,5 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. "Dies ist für uns die Basis, um jährlich 100 Produktneuheiten an den Markt zu bringen."

Auch bei der Trumpf GmbH in Ditzingen verdient man das meiste Geld auf dem alten Kontinent: Der größte europäische Hersteller von Werkzeugmaschinen erwirtschaftet jeweils ein Drittel seines Umsatzes in Deutschland und ein weiteres Drittel in Europa. "Europa legt zu", bestätigt Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Trumpf-Gruppe. Insbesondere in den großen Märkten wie Deutschland, Italien und Frankreich sei die Nachfrage groß. "Einen ausgesprochenen Europa-Boom können wir aber nicht ausmachen." Auch Trumpf macht die insgesamt starke Weltkonjunktur für das Umsatzwachstum des Unternehmens um 18 Prozent auf 1,94 Mrd. Euro im vergangenen Jahr verantwortlich.

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