Mediatoren
Streit ist nicht immer ein Fall fürs Gericht

Streit in Unternehmerfamilien ist einer der größten Wertvernichter und kann Insolvenzen zur Folge haben. Mediatoren bieten einen Mittelweg, wenn eine Einigung zwischen Geschäftspartnern ohne fremde Hilfe nicht mehr möglich ist. 5 000 Mediatoren gibt es deutschlandweit, Tendenz steigend.

WERTHER. In dem Fall einer inhabergeführten Berliner GmbH mit vier Gesellschaftern und 900 000 Euro Jahresumsatz war es beinahe soweit. Das Gründerehepaar hatte Stress miteinander, der Streit wurde offen in der Firma ausgetragen. Die anderen beiden Mitgesellschafter hatten sich anfangs zurückgehalten, dann aber die Partei des Ehemanns ergriffen. Die Zusammenarbeit wurde sowohl zwischen den Eheleuten als auch zwischen der Ehefrau und den übrigen Partnern unmöglich. Erste Ausschreibungen konnten nicht gewonnen, laufende Projekte wegen der Krise nicht weitergeführt werden. Der Fortbestand der Firma war gefährdet.

Den Gründern blieb nur noch, ihr Architekturbüro entweder aufzulösen, vor Gericht zu ziehen oder - als dritte und häufig wenig beachtete Möglichkeit - den Streit mit Unterstützung eines Mediators beizulegen. Sie entschieden sich für eine Mediation - nicht zuletzt angesichts dessen, was für sie auch persönlich auf dem Siel stand. Ein Ende der gemeinsamen Firma hätte auch das Ende der Ehe und den Verkauf des gemeinsamen Hauses bedeutet, das gleichzeitig Firmensitz ist. "Diese Konstellation ist typisch für viele Krisen in kleinen Unternehmen, in denen eben alles sehr persönlich ist. Und wenn der Inhaber eine Krise hat, dann hat auch das Unternehmen eine", sagt Wirtschaftsmediator Starck.

Starcks Job war es, die Firma vor dem Aus zu bewahren. Drei Partner waren sich darüber einig, dass die Ehefrau sich aus der Firma zurückziehen müsse. Allerdings hatte keiner der Beteiligten eine Idee, wie das funktionieren sollte. Es funktionierte - ganz ohne Gerichtsverfahren. Starck ließ die Beteiligten einfach selbst die Lösung finden.

Am Ende verließ ein Gesellschafter das Unternehmen, weil die Trennung das Beste für alle war, während die anderen heute besser als zuvor kooperieren. Sechs Mal saßen sie für je zwei Stunden mit Mediator Starck zusammen, um selber einen Konsens zu erarbeiten.

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