Medizinprodukte
Paul Hartmann baut Präsenz weltweit aus

Der Medizinproduktehersteller Paul Hartmann AG will für seine Kunden wie Krankenhäuser und Altenheime weiterhin schneller als der Markt wachsen - mit erweiterten Produktpaketen und Systemlösungen. So liefert das Unternehmen beispielsweise direkt bis in den Operationssaal fertig verpackte Operationsbestecke.
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HEIDENHEIM. In diesem Jahr wird das in Heidenheim an der Brenz ansässige Unternehmen seinen Umsatz zweistellig auf mindestens 1,5 Mrd Euro steigern können, gab Vorstandschef Rinaldo Riguzzi gestern in einem Pressegespräch bekannt. „Die Monate Oktober und November schließen sich an die erfolgreiche Entwicklung der ersten neun Monate an“, sagte Riguzzi.

Das Unternehmen war Anfang 2008 mehrheitlich von der im Baugewerbe tätigen Ulmer Familiengruppe Schwenk/Schleicher übernommen worden. Hartmann gehört neben Siemens, Fresenius und B. Braun Melsungen zu den größten Herstellern von Medizinprodukten in Deutschland.

Von Januar bis September 2009 stieg der Umsatz um 12,5 Prozent auf knapp 1,2 Mrd. Euro. Das operative Konzernergebnis erhöhte sich um 35,3 Prozent auf 46,5 Mio. Euro. Neun Prozentpunkte des Zuwachses kommen durch die Akquisition des Desinfektionsspezialisten Bode, den Paul Hartmann zum Jahreswechsel 2008/09 von Beiersdorf erworben hatte, sowie die US-Firma Whitestone, die Inkontinenzprodukte herstellt. Für das nächste Jahr peilt Riguzzi ein Wachstum größer als der Markt an, der laut Schätzungen des Verbandes BVMed bis zu vier Prozent wachsen soll.

Hartmann geht immer mehr dazu über, Kliniken nicht nur seine Produkte vom Pflaster über die Windel bis zum Fieberthermometer anzubieten, sondern die logistische Leistung und Beratung im Paket mit zu verkaufen. Fertig verpackte Operationsbestecke werden bis in den Operationssaal geliefert, für Altenheime Lösungen für die bessere Betreuung inkontinenter Patienten entwickelt.

Angesichts der alternden Babyboomergeneration sieht Riguzzi in Europa noch hohe Wachstumschancen für das Unternehmen. „Unsere Zielgruppe ist 50 plus“, sagt Riguzzi. Bei Inkontinenzprodukten, die mehr als ein Drittel des Geschäfts ausmachen, habe man beispielsweise erst einen Marktanteil von 25 Prozent.

Das Unternehmen, das mehr als 90 Prozent seines Umsatzes in Europa erzielt, ist dabei, seine Präsenz in den aufstrebenden Märkten Russland, China, Indien und Brasilien aufzubauen. In China, wo Hartmann bereits mit einem Produktionsstandort und 1 000 Mitarbeitern vor allem derzeit noch für den europäischen Markt produziert, sucht das Unternehmen eine Firma zu kaufen, um auch den chinesischen Markt beliefern zu können.

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