Mess- und Prüftechnik-Unternehmen
Sensor-Firmen gewinnen der Krise einiges ab

Fehlervemeidung statt Schadensanalyse: Um teure Rückrufe zu verhindern, investieren Maschinenbauer verstärkt in Qualitätssicherung. Von dieser Entwicklung profitieren vor allem die Mess- und Prüftechnik-Unternehmen, die ihren Umsatz trotz Krise steigern konnten.

BREMEN. Für Bahn-Kunden war es ein gehöriger Schock: Im Juli vergangenen Jahres war im Kölner Hauptbahnhof ein Zug aus den Gleisen gesprungen - eine der 32 Radsatzwellen des ICE 518 war einfach so durchgebrochen. Inzwischen ist klar, dass die Ursache für den glimpflich verlaufenen ICE-Unfall offenbar in der mangelhaften Messtechnik der Bahn-Prüfanlagen lag. "Die Bahn hätte sich einiges ersparen können, wenn sie rechtzeitig die richtige Prüftechnik eingesetzt hätte", sagt Georg Berntsen, Geschäftsführer im Fachverband Prüftechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Nach der Entgleisung, bei der niemand zu Schaden kam, führte die Bahn neue Ultraschallprüfungen für ihre Achsen und Räder ein und setzte außerdem das Inspektionsintervall von 300 000 auf 30 000 Kilometer herunter. "Das Bewusstsein für spezialisierte Mess- und Prüftechnik in der Industrie hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen", sagt VDMA-Experte Berntsen.

Hauptabnehmer ist neben der Autoindustrie der Maschinen- und Anlagenbau, wo die Prüftechnik zum Testen einzelner Bauteile und fertiger Produkte eingesetzt wird. Die Wirtschaftskrise werde allerdings nicht spurlos an der Branche vorüberziehen, betont Berntsen. "Die Prüftechnik ist der Konjunktur immer etwa ein halbes Jahr hinterher, weshalb uns die Krise erst jetzt in voller Breite trifft." Im laufenden Jahr müsse die Branche mit Umsatz-Rückgängen zwischen acht und 15 Prozent rechnen.

"Trotzdem investieren unsere Abnehmer weiter in High-Tech-Prüftechnik", sagt der VDMA-Experte. Die Umsatzzuwächse der Teilbranche lägen derzeit bis zu 40 Prozent über denen des gesamten Maschinenbaus. "Anstatt an Mess- und Prüftechnik zu sparen, nutzen die Maschinenbauer die Krisenzeit, mit unseren Firmen über ihre neue Produktpalette zu sprechen."

Die Sensoren-Entwickler als Krisengewinner: Ähnliche Erfahrungen macht auch Olaf Günnewig, Leiter der Abteilung Fehler- und Schadensanalysen der SGS Institut Fresenius GmbH in Dortmund, die vor allem Elektronikkomponenten im Maschinenbau überprüft. 2008 hat SGS den Umsatz um 15 Prozent gesteigert. Und immer öfter wollen Kunden mit Hilfe der Messtechniker Fehler von vorneherein vermeiden.

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